Tokio (JAPANMARKT/fr) – Auf die scharfe Warnung des kommenden US-Präsidenten Donald Trump, in den USA statt in Mexiko zu investieren, hat Toyota besonnen reagiert. Man sei ein „guter Unternehmensbürger“ in den USA.

„Guter Unternehmensbürger“

Man habe insgesamt 21,9 Milliarden Dollar in den USA investiert, betreibe dort zehn Fabriken und beschäftige 1.500 Händler und 136.000 Menschen, teilte Toyota mit. Man freue sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Trump-Administration im Interesse von Verbrauchern und Industrie.

In die gleiche Kerbe hieb die japanische Regierung. „Japanische Autobauer leisten signifikante Beiträge zu den Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten“, erklärte Industrieminister Hiroshige Seko nach Angaben der Agentur Kyodo. Laut der japanischen Botschaft in Washington beschäftigen japanische Unternehmen mehr als 800.000 Menschen in den USA.

Toyota-Fabriken in Mexiko

Trump hatte Toyota über Twitter vorgeworfen, eine neue Fabrik in Mexiko für den Export von Corolla-Modellen in die USA zu bauen. „Auf keinen Fall“, twitterte Trump dazu. „Baut die Fabrik in den USA oder zahlt eine dicke Grenzsteuer.“

Im Wahlkampf hatte Trump einen Einfuhrzoll von 35 Prozent für Autos aus Mexiko gefordert. Zum Vergleich: Derzeit zahlt Toyota 10 Prozent US-Importsteuer für Autos aus Japan.

Toyota betreibt bereits eine Fabrik im mexikanischen Baja California und baut derzeit eine Fabrik in Guanajuato. Dort sollen zunächst 100.000 und später bis zu 200.000 Autos jährlich für den Export gebaut werden. Die Produktion beginnt 2019. Nach Angaben von Toyota gehen durch die neue Fabrik keine eigenen Jobs in den USA verloren.

Rückfall in achtziger Jahre

Die Attacke von Trump gilt nicht nur Toyota. Nissan produziert in zwei mexikanischen Fabriken 830.000 Autos jährlich ebenfalls für den Export. (Bei Volkswagen sind es mehr als 500.000 jährlich.) Oberflächlich gesehen könnten die Japaner Einfuhrzölle in die USA verkraften. Laut JPMorgan würde ein Zoll von 20 Prozent Toyota rund 6 Prozent an Betriebsgewinn kosten.

Aber in Japan wächst die Sorge, dass die nächste US-Administration in die achtziger Jahre zurückfällt, als Washington und Tokio ständig über den Handel stritten. Auch die dreißiger Jahre werden zum Vergleich herangezogen. Damals sorgten neue Zollschranken für einen Zusammenbruch vieler Handelsbeziehungen.

Foto: Corolla der 1. und 11. Generation nebeneinander (Toyota)