Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans größter Pharma-Hersteller Takeda kauft den US-Spezialisten für Krebsarzneien, Ariad, für rund 5 Milliarden Euro. Es wird nicht die letzte Übernahme von Takeda im Ausland gewesen sein.

Verschärfte Globalisierung

Der französische Konzern-Chef Christophe Weber, der Takeda seit April 2015 führt, schränkte allerdings ein, jeder Deal müsse innovativ sein und stark zur eigenen Strategie passen. Man kaufe gezielt und strategisch, so Weber.

Der Franzose soll die Globalisierung von Takeda vollenden, die sein japanischer Vorgänger und Mentor Yasuchika Hasegawa eingeleitet hatte. Der heutige Chairman hatte 2008 den US-Biotech-Pionier Millennium und 2011 die Schweizer Nycomed für insgesamt knapp 23 Milliarden Dollar gekauft.

Drei therapeutische Gebiete

Weber fokussiert Takeda auf drei therapeutische Gebiete – Onkologie, Gastroenterologie und Krankheiten des zentralen Nervensystems. Der Handlungsdruck ist groß, weil Ende 2017 das US-Patent für das umsatzstarke Krebsmittel Velcade endet sowie nach 2020 die Rechte an weiteren Blockbustern auslaufen.

Daher plant Weber mit einer Kriegskasse von 15 Milliarden Dollar Zukäufe vor allem in den USA, um die Pipeline mit innovativen Arzneien in den drei Fokus-Gebieten zu füllen. Erst vor Kurzem waren die Verhandlungen mit der kanadischen Valeant über einen Verkauf der Darmmedikamentensparte gescheitert.

Mit Ariad gelang Weber also der erste große Streich. Damit erhält Takeda den Zugriff auf das Anti-Krebsmittel brigatinib mit einer möglichen US-Zulassung Ende April.

Zudem wurden die Forschung und Entwicklung in der Millenium-Heimat Boston sowie im Shonan-Zentrum in Tokio konzentriert. Parallel knüpft Weber zahlreiche Verbindungen zu jungen Biotech-Firmen und Forschungsinstituten, etwa dem Stammzellen-Institut von Nobelpreisträger Shinya Yamanaka in Kyoto (JAPANMARKT Online berichtete).

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