Tokio (JAPANMARKT/fr) – Konica Minolta baut Geruchsdetektoren als neues Geschäftsfeld auf, weil in Japan stark auf Körperausdünstungen reagiert wird. Das erste Gerät trägt den vielversprechenden Namen „KunKun“, die japanische Lautmalerei für „schnüff, schnüff“.

Erkennung von Geruchssorten

Der Hersteller hat das Gerät jetzt erstmals vorgestellt. Der Verkauf soll im Sommer zu einem Preis von umgerechnet mehreren hundert Euro beginnen. Es handelt sich um ein Gerät etwa halb so groß wie ein Smartphone, das anhand von Sensoren für bestimmte Chemikalien Gerüche identifizieren kann, die von der menschlichen Nase als unangenehm wahrgenommen werden.

Erstens Ammoniak und Isovaleriansäure. Diese Stoffe treten bei der Zersetzung von Schweiß auf und verursachen den schalen Geruch in Umkleidekabinen etwa von Fitnesszentren und Sportklubs. Zweitens 2-Nonenal, ein ungesättigtes Aldehyd, das in Japan mit dem Geruch von alten Menschen assoziiert wird. Drittens Diacetyl, das einen butterähnlichen Geruch verursacht.

Die Informationen, die die Sensoren sammeln, werden an eine Smartphone-App übermittelt. Dort werden für die drei Kategorien jeweils Noten für den ermittelten Geruch als Orientierung für den Nutzer vergeben, ob er auffällig riecht und sich vielleicht besser waschen oder deodorieren sollte.

Konkurrenz zu „Nose“ von Nivea

Die Marktchancen dieses Geräts sind schwer einzuschätzen. Jedenfalls ist Konica Minolta nicht allein: Das deutsche Unternehmen Beiersdorf hat unter seiner Marke Nivea ein Smartphone-Cover „Nose“ entwickelt, das man zum Geruchstest unter die Achsel steckt. Das Gerät befindet sich in der Testphase.

Laut einem Bericht im Wall Street Journal hat Konica Minolta knapp ein Dutzend Mitarbeiter eingestellt, die neue Geschäftsideen entwickeln sollen. Für KunKun hat dieses Team große Pläne. Man will das Gerät auch Service-Unternehmen wie Taxidiensten und Hotels anbieten. Außerdem sollen künftig auch Hunde-, Zigaretten- und Parfüm-Gerüche erkannt werden.

Foto: Konica Minolta