Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die börsennotierten Gesellschaften in Japan erwarten im auslaufenden Geschäftsjahr saldierte Nettoerträge von mehr als 20 Billionen Yen (165 Milliarden Euro). Damit würde die Japan AG ihren Rekord von 2015 übertreffen.

Sinkende Umsätze, steigende Erträge

Laut Finanzzeitung Nikkei wird der addierte Nettogewinn der kotierten Unternehmen etwa zehn Prozent über dem alten Ertragsrekord liegen. Die Gewinne in der zweiten Jahreshälfte würden die Gewinne der ersten Hälfte um 50 Prozent übertreffen, obwohl die Einnahmen erstmals seit sieben Jahren sinken.

Mehr als 200 in der 1. Sektion der Tokioter Börse notierte Unternehmen, darunter große Exportunternehmen wie Toyota, haben in den vergangenen Wochen ihre Jahresprognosen erhöht. Das ist ein Zeichen für starken Optimismus, da die Firmen ihre Ausblicke normalerweise konservativ kalkulieren.

Währungsabsicherung, Exportzuwächse

Das ist insofern erstaunlich, als dass die japanische Währung zum Dollar im abgelaufenen Quartal um 12 Yen aufgewertet hatte. Das sollte eigentlich die Erträge des besonders profitablen Exportsektors der japanischen Wirtschaft drücken. Der Gewinntrend muss also seit einiger Zeit stark gedreht haben, um eine Erhöhung der Prognosen zu rechtfertigen.

Aber es könnte noch mehr Gründe für die Gewinnwende geben. Vor allem die Unternehmen im Auslandsgeschäft sichern sich inzwischen verstärkt über Währungsinstrumente ab, so dass eine Yen-Aufwertung die Erträge weniger belastet. Außerdem haben die Exporte in den letzten beiden Quartalen kräftig angezogen. Zudem haben viele Firmen die Kosten gesenkt.

Foto: Goldener Tempel in Kyoto (flickr/Patrick Vierthaler CC BY-NC 2.0)