Tokio (JAPANMARKT/fr) – Tsubame 3.0 heißt der Super-Computer des Tokyo Institute of Technology, auf Deutsch „Schwalbe“, der in Sachen künstliche Intelligenz in Japan neue Maßstäbe setzen soll. Dafür wählte das Institut eine ausländische Lösung.

Grafikprozessoren für Visualisierungen

Die Wahl ist auf Grafikprozessoren des US-Herstellers Nvidia gefallen, der sich auf künstliche Intelligenz konzentriert. Durch den Einsatz der Nvidia-Grafikprozessoren vom Typ Tesla P100 wird die Kapazität von Tsubame 3.0 gegenüber dem aktuellen Modell Tsubame 2.5 von 47 Petaflops auf 64,3 Petaflops steigen.

Der neue Supercomputer soll bereits im Sommer arbeitsfähig sein und steht sowohl für akademische Anwendungen als auch für die Nutzung durch den privaten Sektor zur Verfügung. Die Maschine könnte zum Beispiel bei der Entwicklung von fahrerlosen Fahrzeugen, Robotern und medizinischer Diagnostik helfen.

Hybrid-Supercomputer für KI-Anwendungen

Herkömmliche Supercomputer schaffen komplizierte Simulationen und Modelle durch ihre schiere Rechenpower, aber sie können auch für Deep-Learning-Anwendungen benutzt werden. Ein Supercomputer für künstliche Intelligenz entsteht, wenn man beide Aspekte kombiniert.

Dann werden die Deep-Learning-Fähigkeiten eingesetzt, um die Berechnung von Simulationen und Modellen zu beschleunigen – und zwar innerhalb des gleichen Systems. Dann braucht man die Lernalgorithmen nicht mehr separat mit den errechneten Daten zu füttern, sondern hat einen integrierten Prozess.

Der Tsubame 3.0 soll durch die Integration von Tsubame 2.5 ein solcher Hybrid-Computer werden. Japans Regierung fördert unterdessen einen zweiten Supercomputer dieser Bauart. Der ABCI – Abkürzung für „AI Bridging Cloud Infrastructure“ – soll bis Ende 2017 in Betrieb gehen.

Foto: Nvidia