Tokio (Ernst & Young Tax) – Die Frist für die Abgabe der japanischen Steuererklärung naht. Um hierbei Kinderfreibeträge für im Ausland lebende Kinder geltend zu machen, sind die Unterhaltszahlungen von in Japan lebenden Eltern einer neuen Regelung zufolge über japanische Bankkonten mit direkter Zahlung an die Kinder zu leisten.

Freibeträge für im Ausland lebende Kinder

Die japanische Steuerklärung 2016 muss bis zum 15. März 2017 abgegeben werden. Auch für Kinder, die im Ausland studieren oder zur Schule gehen, können bei entsprechendem Nachweis Freibeträge geltend gemacht werden.

Diese belaufen sich für Kinder von 16 bis einschließlich 18 Jahren auf 380.000 Yen (ca. 3.200 Euro) und für Kinder von 19 bis einschließlich 22 Jahren auf 630.000 Yen (ca. 5.300 Euro). Der Freibetrag kann also abhängig vom Alter und persönlichem Steuersatz einen Wert von gut 1.000 bis 3.000 Euro pro Kind annehmen.

Neue Regel für Unterhaltszahlungen

Ab dem Steuerjahr 2016 verlangt die Einkommensteuerdurchführungsverordnung 45-2-5-1 nun, dass zur Nachweisführung die Unterhaltszahlungen direkt von einem japanischen Bankkonto aus an die Kinder erbracht werden müssen.

Hintergrund ist, dass die japanischen Steuerbehörden in der Vergangenheit Sorge hatten, dass die Freibeträge für Familienangehörige mit einem jährlichen Einkommen von unter einer Million Yen (ca. 8.400 Euro) zu Unrecht geltend gemacht wurden.

Sonderfälle nicht ganz unproblematisch

Die neue Regel lässt dabei allerdings ein paar Umstände außer Betracht. So müssten Entsandte, die ihr Gehalt ganz oder teilweise im Heimatland erhalten, Gelder erst nach Japan und dann wieder an die Kinder ins Ausland überweisen. Solche „Hin- und Her-Überweisungen“ führen zu höheren Überweisungskosten, Schwund zwischen An- und Verkaufskursen sowie Wechselkursrisiken.

Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn die Kinder ein Internat besuchen. Hier kommt es zu keinen direkten Zahlungen an die Kinder, sondern den Schulträger.

Übergangsjahr 2016

Im ersten Anwendungsjahr 2016 sollten die Steuerbehörden die Steuerpflichtigen noch auf anderem Wege glaubhaft machen lassen, dass die Unterhaltszahlungen tatsächlich geleistet wurden. So sollte eine Überweisung von einer anerkannten ausländischen Bank ebenso als Nachweis dienen können, wie eine Überweisung an ein Internat.

Allerdings kann es erforderlich werden, dies in ausführlichem Schriftverkehr oder notfalls einem Rechtsbehelfsverfahren einzufordern. Weiterhin könnten die Steuerbehörden Verspätungszuschläge und Zinsen festsetzen.

Wer das Risiko solcher Auseinandersetzungen scheut, müsste auf den Kinderfreibetrag in 2016 verzichten. Für die Zukunft empfiehlt es sich deshalb dringend, die Unterhaltsleistungen aus steuerlicher Sicht von bis zu 380.000 Yen bzw. 630.000 Yen an die Kinder direkt von einem japanischen Konto aus zu überweisen.

 

Mehr Informationen zum japanischen Steuergesetz 2017 folgt in der Printausgabe März/April von JAPANMARKT.

Jürgen Dumont ist Tax Manager bei Ernst & Young Tax Co. Er berät im Bereich Global Compliance and Reporting.

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