Tokio (JAPANMARKT/fr) – Bei Erdwärme hat Japan gewaltiges Potenzial. Aber erst jetzt beginnen die Unternehmen diese Quelle erneuerbarer Energie zu nutzen. Den Anreiz hat der Staat geschaffen.

Aufschwung für Erdwärme in Sicht

In diesem Monat legt ein Konsortium aus JFE Engineering, Mitsui Oil Exploration und zwei Staatsunternehmen den Grundstein für ein Erdwärme-Kraftwerk in der Präfektur Iwate. Das 8,5 Milliarden Yen (7 Millionen Euro) teure Kraftwerk geht schon nächstes Jahr in Betrieb.

Der Clou hinter der kurzen Bauzeit ist die relativ niedrige Leistung von 7 Megawatt. Damit bleibt das Kraftwerk unter der Grenze von 7,5 Megawatt, ab der eine Umweltverträglichkeitsstudie vorgeschrieben ist. Diese Vorschrift kostet Zeit und Geld und hat den Bau von großen Erdwärme-Kraftwerken gebremst.

Attraktiver Preis lockt Kapitalgeber an

Die kleinen Erdwärme-Anlagen sind zwar nach Angaben des Wirtschaftsministeriums METI pro Kilowatt gerechnet teurer, was Installation und die jährlichen Betriebskosten angeht. Aber die Betreiber erhalten – auf 15 Jahre garantiert – einen 54 Prozent höheren Einspeisetarif als bei größeren Anlagen (Details stehen hier).

Das Potenzial von Erdwärme in Japan wird auf 23 Gigawatt geschätzt, so viel wie 23 moderne Atomreaktoren. Das sind die drittgrößten Reserven der Welt. Gegenüber der Sonne hat Erdwärme den Vorteil, rund um die Uhr gleichbleibend Strom zu liefern.

Staat ohne Ehrgeiz beim Ausbau

Aber die bisher installierte Kapazität beträgt nur 500 Megawatt. Auch die Regierung zeigt kaum Ehrgeiz: Der Anteil der Erdwärme an der landesweiten Stromproduktion soll bis 2030 lediglich von zuletzt 0,3 Prozent auf 1 Prozent steigen.

Doch nun haben Energieunternehmen und Kapitalgeber die kleinen Erdwärme-Anlagen entdeckt. Sie lassen sich schnell und risikolos bauen und bringen schnell Geld ein. Allein Risikokapitalgeber Orix will bis zu 10 Anlagen betreiben.

Foto: Japans erstes Erdwärme-Kraftwerk (Wikipedia CC BY-SA 3.0)