Tokio (JAPANMARKT/fr) – Das Toyota-Forschungsinstitut in den USA (TRI) hat sein erstes autonomes Auto vorgestellt. Mit einem Trick macht es sich unabhängiger von bisher notwendigen detaillierten Karten der Fahrumgebung.

Überlappende Sensoren

Das autonome Fahrzeug ist ein Lexus LS 600hL, der mit einer ganzen Batterie aus LIDAR-Sensoren, Radargeräten und Kameras ausgestattet ist. Die Sensorsysteme überlappen sich, so dass die Umgebung besser wahrgenommen wird. Dadurch ist das Fahrzeug nicht auf hochaufgelöste Karten angewiesen, die bisher nur für wenige Gebiete vorliegen.

Das System konzentriert sich stark auf die maschinelle Sicht und das maschinelle Lernen. „Dieses neue fortgeschrittene Sicherheitsforschungsfahrzeug ist die erste autonome Testplattform, die vollständig von TRI entwickelt wurde und spiegelt den schnellen Fortschritt unseres autonomen Fahrprogramms wider“, sagte TRI-CEO Gill Pratt.

Rekordzahl an Patenten

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um die zweite Generation des „Advanced Safety Research Vehicle“, das Toyota Anfang 2013 auf der US-Elektronikmesse CES vorgestellt hat. Das Toyota-Forschungsinstitut für autonome Fahrzeuge und Roboter ging erst mehr als zwei Jahre später an den Start und wurde in Stanford (Kalifornien) angesiedelt.

Toyota begann schon 2005 mit der Forschung an autonomen Autos, damals im konzerneigenen Technik-Zentrum in Ann Arbor, Michigan. Nach eigenen Angaben wurden schon 2006 die ersten Toyota-Patente für autonomes Fahren genehmigt. Laut Clarivate Analytics hält Toyota derzeit mehr Patente auf dem Feld als jedes andere Unternehmen.

Guardian und Chauffeur

Mit dem neuen Testfahrzeug werden die beiden Kernforschungswege von TRI entwickelt: Chauffeur- und Guardian-Systeme. Das Endziel ist ein „Chauffeur“ als vollständig autonomes System. Guardian ist ein High-Level-Fahrerassistenzsystem, das den Fahrer auf mögliche Gefahren aufmerksam macht und nötigenfalls selbständig einen Unfall vermeidet.

„Im Grunde genommen ist es ein intelligentes Fahrzeug, das so entworfen ist, dass es im Laufe der Zeit schlauer wird“, sagte Pratt. „Es wird individuelle Fahrergewohnheiten und -fähigkeiten erlernen und von Fortschritten bei Datenerfassung und Konnektivitäts-Technologien profitieren.“ Guardian werde früher als Chauffeur einsatzbereit sein.

Foto: Toyota