Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans Notenbank bleibt entgegen dem Trend in den USA bei ihrer ultralockeren Geldpolitik. Ein Grund ist die geringe Lohninflation, die sich für dieses Jahr abzeichnet.

Fed-Entscheid ohne Einfluss

Die Inflationsrate sei immer noch weit von seinem 2-Prozent-Ziel entfernt, begründete Gouverneur Haruhiko Kuroda den Beschluss des Lenkungsrats, der mit 7 zu 2 Stimmen fiel. Die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins erneut zu erhöhen, habe keinen direkten Einfluss auf das eigene Vorgehen, so Kuroda.

Tatsächlich wurde Japans Teuerungsrate im Januar nach 13 Monaten erst wieder positiv. Da kommt der Notenbank der wachsende Renditeabstand zu den Staatsanleihen in den USA gerade recht. Das schwächt den Yen, so dass Inflation importiert wird. Daher dürfte die Kerninflation in den nächsten Monaten weiter anziehen.

Niedrige Lohnerhöhungen

Ein weiterer Grund für das Abwarten der Notenbank ist die geringe Lohninflation in Japan. Trendsetter Toyota hat bei den traditionellen Frühjahrs-Tarifgesprächen lediglich eine Erhöhung der Basisgehälter um 1.300 Yen (10,66 Euro) angeboten. Das sind 200 Yen unter dem Lohnabschluss von 2016. Panasonic bietet 1.000 Yen, 500 Yen weniger als im Vorjahr.

Die großen Unternehmen scheinen offenbar weiter keine Probleme haben, neue Arbeitskräfte zu finden, obwohl auf 100 Stellensuchende inzwischen 143 Stellenangebote kommen. Bisher wirkt sich dieser Arbeitskräftemangel nur auf Teilzeitbeschäftige und Zeitarbeiter aus. Ihre Stundenlöhne stiegen im Januar um 2,6 Prozent zum Vorjahr, die Löhne der Festangestellten nur um 0,4 Prozent.

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