Tokio (JAPANMARKT/fr) – Mitsubishi Electric entwickelt Japans neuen sogenannten „Test-Satelliten“ und erhofft sich davon mehr internationale Aufträge. Daher wird die eigene Fertigungskapazität nahezu verdoppelt.

Neue Plattform für Kommunikationssatelliten

„Engineering Test Satellite“ – kurz ETS – heißen die japanischen Satelliten, die im Auftrag der Regierung für Demonstrations- und Experimentierzwecke entstehen. Der ETS-8 als letzter seiner Art wurde 2006 gestartet und im Januar nach Ablauf seiner erwarteten Lebenszeit von zehn Jahren aus seinem Orbit geworfen.

Sein Nachfolger ETS-9 soll erstmals 2021 gestartet werden. Mit dessen Entwicklung hat die Weltraumbehörde JAXA jetzt Mitsubishi Electric beauftragt. Der ETS-9 soll eine standardisierte Plattform – ein sogenannter Satelliten-Bus – für besonders leistungsstarke Kommunikationssatelliten werden. Die notwendigen Technologien kommen auch von Mitsubishi Electric.

Verdopplung der eigenen Fertigungskapazität

Nach Angaben des Unternehmens soll der Satellitenbus bis zu 25 Kilowatt Strom für die Kommunikationsleistungen produzieren können und ein japanisches sechs Kilowatt starkes Ionentriebwerk bekommen. Dadurch lässt sich der Satellit schneller positionieren. Derzeit sind 4,5-Kilowatt-Triebwerke üblich. Außerdem erhält der ETS-9 japanische GPS-Empfänger, was das Manövrieren erleichtert.

Mit dem ETS-9 will Mitsubishi Electric nach eigenen Angaben seine Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Satellitenmarkt stärken. Dafür investiert das Unternehmen elf Milliarden Yen (93 Millionen Euro) in den Ausbau der parallelen Fertigungskapazität in Kamakura von derzeit zehn auf 18 Satelliten. Man erhofft sich zwei internationale Aufträge pro Jahr und einen Umsatzzuwachs des eigenen Weltraumgeschäfts auf 150 Milliarden Yen im Jahr 2021.

Mitsubishi Electric war vor 17 Jahren das erste Unternehmen in Japan, das einen Satelliten von der Entwicklung bis zum Test vollständig selbst herstellen konnte. Der Konzern war bisher an der kompletten oder teilweisen Herstellung von über 500 Satelliten beteiligt. Auf dem Weltmarkt spielt Mitsubishi Electric jedoch keine große Rolle: Nach eigenen Angaben gab es bisher Aufträge aus der Türkei, Singapur und Taiwan.

Fotos: Vision vom ETS-9 (oben); Vakuum-Testkammer in Kamakura (unten) (Mitsubishi Electric)