Tokio (JAPANMARKT/fr) – Chugai, die japanische Tochter des Schweizer Pharmariesen Roche, lässt Neurodermitis-Patienten hoffen. Bei einer klinischen Studie konnte die neuartige Arznei „Nemolizumab“ ihren Juckreiz messbar verringern.

Antikörper-Arznei aus Japan

Der von Chugai entwickelte Antikörper-Wirkstoff hemmt die Funktionsweise der Substanz Interleukin-31, die den Juckreiz erzeugt. Bei der Studie an sieben medizinischen Einrichtungen in Japan, den USA und mehreren europäischen Ländern wurden 264 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis in vier Gruppen mit einer verschieden hohen Dosis des Wirkstoffs und eine Placebo-Gruppe aufgeteilt.

Nach zwölf Wochen verringerte sich der Juckreizgrad bei etwa 60 Prozent der Patienten um 50 Prozent oder mehr, berichteten die Forscher. Dadurch schliefen die Patienten schneller ein und ihre Schlafdauer wuchs im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Laut der Studie wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gefunden.

Wirkstoff mit großem Potenzial

„Die Kontrolle des Juckreizes wirkt sich direkt auf die Lebensqualität der Patienten aus“, sagte der zuständige Chugai-Manager Yasushi Ito. „Die Daten unterstreichen die Bedeutung der Kontrolle von Interleukin-31 bei atopischer Dermatitis.“ Nemolizumab biete eine vielversprechende Behandlungsoption für diese Krankheit an.

„Die Verwendung von Nemolizumab ist mit einer Injektion unter die Haut pro Monat sehr praktisch für Patienten“, erklärte Professor Thomas Ruzicka von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der führende Autor der Studie. Da Interleukin-31 an einer Vielzahl anderer Hauterkrankungen mit Juckreiz beteiligt ist, habe die Arznei ein großes Potenzial.

„Seit mehr als 10 Jahren gab es keine Fortschritte bei Neurodermitis-Therapien und es gab keine Medikamente zur Unterdrückung von Juckreiz“, sagte Kenji Kabashima, Professor für Dermatologie an der Kyoto-Universität, der an der internationalen Studie beteiligt war, der Zeitung Asahi. Er erwarte den Markteintritt für 2019 oder 2020.

Foto: Chugai