Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die japanische Währung ist auf ein Fünfmonatshoch zum Euro gestiegen. Ursächlich sind eine politische und eine wirtschaftliche Entwicklung.

Folgenreiches Säbelrasseln

Der Euro konnte gegenüber der japanischen Währung seit Anfang November von 115 Yen auf über 123 Yen aufwerten. Aber in den vergangenen Wochen fiel die europäische Währung wieder auf 116 Yen zurück. Damit ist der Yen nach fünf Monaten Abwertung wieder so stark wie zum Präsidentenwahltag in den USA.

Die Aufwertung der japanischen Devise hängt traditionell mit einer wachsenden Risikoabneigung an den globalen Finanzmärkten zusammen. Der liquide Yen wird dabei von Investoren als „sicherer Hafen“ zum Geldparken benutzt.

Diesmal rasselt die US-Regierung gegenüber Syrien und Nordkorea mit dem Säbel. Das erhöht die Spannungen zwischen den USA und Russland sowie China, den jeweiligen Schutzmächten von Syrien und Nordkorea.

Stabiles Wirtschaftswachstum

Auch die gute Konjunkturentwicklung in Japan sorgt für Auftrieb beim Yen. Die Wirtschaft wächst stetig. Die japanische Arbeitslosenquote sank im Februar auf 2,8 Prozent. Der niedrigste Stand seit 22 Jahren signalisiert Vollbeschäftigung. Zudem stieg die Inflationsrate leicht an.

Nach einem Jahr mit leichter Deflation zeichnet sich damit für den weiteren Jahresverlauf eine steigende Inflationsrate ab. Das macht eine Schwächung des Yen über die Geldpolitik weniger notwendig.

Der Euro/Yen-Wechselkurs ist eng mit der Entwicklung des Dollar verknüpft. Beim Paar Dollar/Yen kam es zu einer ähnlichen Korrekturbewegung. Inzwischen notiert die japanische Währung wieder unter der Schwelle von 110 Yen zum Dollar.

Das wird der japanischen Exportwirtschaft nicht schmecken. Jedoch sind Regierung und Notenbank die Hände gebunden: Man will sich von US-Präsident Donald Trump nicht Währungsmanipulation vorwerfen lassen.

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