Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der japanische Mischkonzern Panasonic will seine Brennstoffzellenheizungen für Ein- bis Zweifamilienhäuser verstärkt in Europa und Nordamerika verkaufen. Deutschland bietet die besten Chancen – auch dank des deutschen Partners.

Deutscher Partner Viessmann

Ein solches Mikrokraftwerk wandelt Gas in Wasserstoff um und erzeugt durch die Zuführung von Sauerstoff aus der Luft daraus Strom sowie Heißwasser für Radiatoren oder Fußbodenheizungen. In Japan hat Marktführer Panasonic in den vergangenen acht Jahren bereits insgesamt 100.000 Einheiten verkauft. Das bedeutete 50 Prozent Marktanteil.

Dagegen stehen Brennstoffzellenheizungen in Europa noch ziemlich am Anfang. 2016 wurden nach Angaben von Panasonic rund 4.500 Mikro-Heizkraftwerke für Wohnhäuser verkauft. Darunter waren 800 bis 1.000 Brennstoffzellenheizungen, die meisten davon von Panasonic. Dieser Absatz soll bis 2020 auf eine fünfstellige Zahl steigen. Der einzige Konkurrent aus Japan war Toshiba (JAPANMARKT Online berichtete), aber man will das Geschäft jetzt komplett aufgeben.

Dabei sei Deutschland ein besonders geeigneter Markt, erläuterte Shinsuke Morita, der zuständige Vertriebschef von Panasonic, jetzt in einem Pressegespräch. Dort sei der Strompreis mehr als vier Mal höher als der Gaspreis. Dadurch lohne es sich, Strom und Heißwasser mit Hilfe von Erdgas zu erzeugen. Dazu kommt seit September 2016 eine kräftige staatliche Subvention.

Subvention von mindestens 5.700 Euro

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zahlt über das KfW-Programm 433 einen Festbetrag von 5.700 Euro für die Anschaffung von Brennstoffzellen-Heizgeräten. Hinzu kommt ein Zusatzbetrag von 450 Euro je angefangene hundert Watt elektrische Leistung. Das ergibt für die europäische Brennstoffzellenheizung von Panasonic 9.300 Euro Zuschuss.

Panasonic arbeitet in Deutschland seit 2014 mit dem Heizungsspezialisten Viessmann zusammen. Die Brennstoffzelleneinheit ist aus Japan, aber der Spitzenlastboiler von Viessmann (siehe Video). Die zweite Generation der Brennstoffzellenheizung, die kompakter ist und länger hält, kommt im August auf den deutschen Markt.

Zwei technische Herausforderungen waren zu überwinden: In Japan wird sauberes Flüssiggas an die Haushalte geleitet, während die Zusammensetzung von Erdgas in Deutschland je nach Herkunft schwankt. Das Gerät muss das Gas daher noch reinigen. Außerdem wird das Heizsystem in Deutschland im Haus statt draußen installiert, was zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen nötig macht.

Foto: Screenshot Youtube (Viessmann)