Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japan hat die private Vermietung von Unterkünften an Touristen jetzt gesetzlich geregelt. Eine neue Idee ist die Renovierung von leer stehenden Häusern als Unterkünfte für ausländische Japan-Besucher.

5 Millionen private Übernachtungen

Fünf Millionen Touristen übernachteten in Japan in den zwölf Monaten bis Ende Mai in Unterkünften, die über das Webportal Airbnb vermittelt wurden. Im Juni hat das japanische Parlament solche Vermietungen nach langem Hin und Her legalisiert. Bisher brauchten Privatleute dafür eigentlich eine eigene Lizenz.

Nun dürfen einzelne Zimmer, Wohnungen und Häuser jeweils bis zu 180 Tage im Jahr vermietet werden. Damit zeigt sich Japan im internationalen Vergleich großzügig: In Amsterdam sind nur 60 und in London nur 90 Tage pro Jahr erlaubt. Berlin hat die gewerbliche Vermietung von Wohnungen ganz verboten.

8 Millionen leer stehende Häuser

Die Beschränkungen sollen verhindern, dass Wohnraum dauerhaft verloren geht und dadurch die Mietpreise für die einheimischen Stadtbewohner steigen. Doch in Japan ist Wohnraum nicht so knapp wie etwa in Berlin. Fast acht Millionen Häuser und ungezählte Wohnungen sollen leer stehen, mehr als 10 Prozent des Bestandes.

Da liegt es nahe, diese Häuser an Touristen zu vermieten und auf diese Weise weiter zu nutzen. Eine japanische Plattform im Internet versucht dies bereits (JAPANMARKT Online berichtete). Doch vielen Besitzern solcher Häuser fehlen das Wissen und das Geld, um die Zimmer touristengerecht umzubauen.

Belebung der lokalen Wirtschaft

Hier zeigt ein Pilotprojekt in Osaka – das Sekai Hotel – einen gangbaren Weg. Ein Bauunternehmen renoviert die Häuser touristengerecht und kümmert sich auch um die Vermietung. Die Touristen bekommen die Schlüssel an einer Rezeption in einem naheliegenden Gebäude (siehe Bild). Die Eröffnung war vergangene Woche.

Auf diese Weise will die Stadt Osaka die lokale Wirtschaft des Stadtteils Nishikujo wiederbeleben, der in der Nähe des populären Freizeitparks Universal Studios liegt. Geschäfte und Restaurants in der Umgebung der umgebauten Unterkünfte hoffen nun auf eine Belebung ihres Umsatzes durch die Besucher.

Foto: Rezeption des Sekai Hotels (Sekai Hotel)