Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japan galt einst als Paradies für Raucher, weil man praktisch überall zum Glimmstengel greifen durfte. Diese Zeiten sind inzwischen vorbei. Das ist nicht der einzige Grund, warum die Raucher in Japan rar werden.

Jeder fünfte Japaner raucht

Laut einer Umfrage des japanischen Gesundheitsministeriums ist der Raucheranteil unter den erwachsenen Japanern erstmals unter die Schwelle von 20 Prozent gesunken. Die Raucherquote fiel gegenüber 2013 um 1,8 Punkte auf 19,8 Prozent.

Der Anteil der Raucher unter den Männern fiel um 2,6 Punkte auf 31,1 Prozent, während nur noch 9,5 Prozent der Frauen rauchen. Das entspricht einem Rückgang um 1,2 Punkte. Der Trend ging auch in allen Altersgruppen abwärts. Am höchsten ist der Raucheranteil bei den 30- bis 50-Jährigen.

Der Trend in diesem Jahr ist unklar. Denn einerseits soll der Zigarettenabsatz nach einer Schätzung von Japan Tobacco um zehn Prozent sinken. Andererseits boomt der Absatz von „Dampfgeräten“ (JAPANMARKT Online). Diese belästigungslose Art des Nikotin- und Tabakkonsums könnte Japans Abschied vom Rauchen verzögern.

Alterung und Verbote verderben Lust am Rauchen

Der rasche Abschied vom Rauchen hat verschiedene Ursachen. Ein Grund ist die zunehmende Einschränkung des Rauchens auf öffentlichen Flächen wie Bürgersteigen. Viele Großstädte haben inzwischen markierte Raucherflächen eingeführt. In Bahnhöfen, größeren Gebäuden und Restaurants gibt es Raucherkabinen und –zonen.

Ein zweiter Grund ist die Alterung der Bevölkerung, die mit einem wachsenden Gesundheitsbewusstsein verbunden ist. Viele Ältere geben das Rauchen auf und schon rein aus demografischen Gründen junge Raucher nach.

Die japanische Regierung ist in ihrem Verhalten gegenüber Nikotin gespalten. Einerseits warnt das Gesundheitsministerium vor Lungen- und anderen Krebsarten durch Rauchen, andererseits freut sich das Finanzministerium über die Einnahmen aus der Tabaksteuer und den Dividenden von Japan Tobacco.

Foto: Smoking Japan (flickr/Shibuya246 CC BY-NC 2.0)