Tokio (JAPANMARKT/fr) – Zu den großen Zielen der Stammzellenmedizin gehört die Entwicklung von Ersatzgewebe. Forscher der Universität Tokio sind diesem Ziel jetzt bei Knochen einen großen Schritt näher gekommen.

Knochenähnliches Gewebe

Vor drei Jahren hatte eine von Privatdozent Shinsuke Ohba geleitete Forschergruppe erstmals aus pluripotenten Stammzellen von Mäusen eine Knochenzellkultur entwickelt, deren Formierung nur durch vier kleine Moleküle angestoßen wurde. Dadurch fielen die bisher üblichen starken Verunreinigungen solchen Ersatzgewebes weg.

Diesmal benutzten Ohba und Professor Ung-il Chung für die Bildung einer dreidimensionalen Knochenzellkultur zusätzlich Schwämme aus einem speziellen Collagen, das keine Abstoßungsreaktionen hervorruft. Darin wuchsen die pluripotenten Stammzellen der Mäuse tatsächlich zu reifen Knochenzellen heran (Veröffentlichung hier).

Zusätzlich führten die Forscher Vorläufer von Osteoklasten, die die Knochensubstanz resorbieren, in diese Schwammstrukturen ein. In der Folge entstanden daraus reife Osteoklasten. Dies werteten die Forscher als Bestätigung dafür, dass ihr künstliches Gewebe auf die gleiche Art und Weise wie im Körper arbeitet.

Besseres Verständnis von Knochenkrankheiten

Seine Forschung könnte laut Ohba zur Herstellung von Knochengewebe in Zellkulturen führen, in denen alle drei für die Bildung und den Erhalt der Knochen notwendigen Zellen, also Osteoblasten, Osteozyten und Osteoklasten, räumlich funktionieren.

„Unsere Strategie trägt zum Verständnis der Ursprünge und Entwicklung von Knochenkrankheiten bei und hilft bei der Aufklärung der Mechanismen bei der Entstehung und dem Erhalt von Knochen im Körper“, teilte der japanische Forscher mit.

Foto: Knochenähnliche Zellstrukturen (© 2017 Shinsuke Ohba)