Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die Steuereinnahmen des japanischen Staates sind erstmals seit sieben Jahren zurückgegangen. Die Erträge aus der Körperschaftssteuer fielen auf den niedrigsten Stand der Abenomics-Zeit.

Rückgang auf breiter Front

Nach den vorläufigen Angaben des Finanzministeriums wurden im Fiskaljahr 2016, das bis Ende März 2017 lief, insgesamt 55,5 Billionen Yen (434 Milliarden Euro) an Steuern eingenommen. Das waren 0,8 Billionen Yen weniger als im Vorjahr.

Dieser erste Rückgang zum Vorjahr beruhte auf weniger Einnahmen in verschiedenen Kategorien, darunter die Verbrauchssteuer (17,2 Billionen Yen) und die private Einkommenssteuer (17,6 Billionen Yen). Immerhin stieg der Erbschaftsteuerertrag um deutliche acht Prozent.

Körperschaftssteuer rückläufig

Die Unternehmen zahlten insgesamt 10,3 Billionen Yen (80,5 Milliarden Euro) an Körperschaftssteuer. Das waren 0,5 Billionen Yen bzw. 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Das könnte an der Aufwertung des Yen im Jahresverlauf bzw. an einer verringerten Rückholung von im Ausland erzielten Gewinnen nach Japan gelegen haben.

Die Regierung hatte den Satz der Firmensteuer im April 2015 und April 2016 gesenkt. Ein höheres Wirtschaftswachstum sollte die Mindereinnahmen wieder ausgleichen. Dieses Kalkül ist bisher nicht aufgegangen, wie die jüngste Statistik jetzt belegt.

Trotz der verringerten Steuererträge hat sich die fiskalische Lage des japanischen Staats nicht verschlechtert, da die Niedrigzinsen die Schuldenaufnahme verbilligten. Unterm Strich blieben 378,2 Milliarden Yen übrig. Das war mehr als im Vorjahr, aber deutlich weniger als in den ersten Jahren der Abe-Regierung.

Foto: Japanisches Finanzministerium (Wikipedia CC BY-SA 3.0)