Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans Premierminister Shinzo Abe hat in Brüssel den Abschluss des „Wirtschaftspartnerschaftsabkommens“ mit der Europäischen Union als die „Geburt der weltgrößten, freien, industrialisierten Wirtschaftszone“ gefeiert. Die deutschen Unternehmen in Japan erwarten positive Auswirkungen des Handelsdeals auf ihre Geschäfte.

Signal für den Freihandel

Mit ihrer Einigung setzen die EU und Japan ein starkes Zeichen für den freien Handel und für eine regelbasierte globale Wirtschaftsordnung. Zusammen stehen die Europäische Union und Japan je nach Berechnungsweise für bis zu 30 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Die Europäische Kommission spricht von dem „wichtigsten bilateralen Handelsabkommen, das die EU jemals abgeschlossen hat“. Nach deutschen Presseberichten rechnet die EU-Kommission damit, dass durch das Abkommen der Handel mit Japan um ein Drittel steigen könnte. Die Details der Abmachung stehen hier.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmstroem und Japans Außenminister Fumio Kishida besiegelten den Abschluss mit einem japanischen Daruma-Ritual (siehe Video im Tweet).

Erheblicher Nutzen für beide Seiten

Auch die deutschen Reaktionen fielen sehr positiv aus. „Wir erwarten starken Rückenwind für die deutsch-japanischen Wirtschaftsbeziehungen“, sagte Marcus Schürmann, Delegierter der Deutschen Wirtschaft und Geschäftsführer der Deutschen Außenhandelskammer in Japan (AHK Japan). Für beide Seiten sei ein erheblicher Nutzen des Abkommens zu erwarten.

Die deutschen Unternehmen in Japan erwarten durch das Abkommen tendenziell positive Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit. 54 Prozent der Unternehmen äußerten sich bereits bei der jährlichen AHK-Geschäftsklima-Umfrage optimistisch, dass das Abkommen die eigenen Geschäfte positiv bis sehr positiv beeinflussen wird.

Kostenersparnisse und Drittländergeschäfte

Die Unternehmen erhoffen sich überwiegend eine Kostenersparnis infolge einer Senkung der Einfuhrzölle sowie geringere Stück- und Logistikkosten durch höhere Handelsvolumen, aber auch die Angleichung von Qualitätsstandards. Lediglich zwei Prozent gehen von einem negativen Einfluss eines Freihandelsvertrages aus.

Zudem sind neue Impulse für Geschäftspotenziale in Drittländern zu erwarten. Allein für die Infrastruktur in Asien werden Investitionen in einer Höhe von 22,5 Billionen Dollar erwartet. „Schon heute sind 54 Prozent der deutschen Unternehmen mit japanischen Partnern in Drittmärkten im Geschäft“, so Schürmann. Das unterstreiche die strategische Bedeutung Japans.

Foto: Gebäude der Brüsseler EU-Kommission (flickr/TPCOM CC BY-NC-ND 2.0)