Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die Raumsonde „BepiColombo“ ist erstmals in ihrer komplettierten Form der Öffentlichkeit gezeigt worden. Dabei handelt es sich um die erste europäisch-japanische Forschungsmission zum Planeten Merkur.

Einheiten aus Europa und Japan

BepiColombo besteht aus einer Transferstufe sowie zwei separaten Einheiten: Der „Mercury Planetary Orbiter“ stammt von der Europäischen Weltraumagentur ESA und dem „Mercury Magnetospheric Orbiter“ der japanischen Weltraumbehörde JAXA.

Die Raumsonde, die nach dem verstorbenen italienischen Mathematiker und Merkur-Forscher Guiseppe „Bepi“ Colombo benannt ist, wäre erst die dritte Mission zum sonnennächsten Planeten Merkur. Die technologischen Ansprüche an die Sonde und ihre Bestandteile sind wegen der großen Hitze und starken Strahlung in Sonnennähe hoch.

Europäisch-japanische Planetenforschung

Die wissenschaftlichen Geräte an Bord der beiden Orbiter-Einheiten sollen das Magnetfeld, die Exosphäre und die Oberfläche des Planeten erforschen. Damit wollen ESA und JAXA mehr Informationen über die Entstehung des Merkurs und des Sonnensystems sammeln.

Im Juni überstand die Sonde bei Tests im niederländischen ESA-Zentrum den Lärm und die Vibrationen eines Raketenstarts. Nun wird die 6,4 Meter hohe und vier Tonnen schwere Sonde noch in eine Simulationskammer für das eiskalte Vakuum des Weltalls gesteckt.

Die europäisch-japanische Mission sollte ursprünglich bereits 2013 starten, doch die Fertigstellung der einzelnen Module verzögerte sich. Zuletzt wurde der Start der Sonde vom europäischen Raumfahrtbahnhof Kourou in Französisch-Guayana um ein halbes Jahr auf Oktober 2018 verschoben.

Photo: ESA/C. Carreau, CC BY-SA 3.0 IGO