Tokio (JAPANMARKT/fr) – Hochaufgelöste, dreidimensionale Straßenkarten sollen die Einführung von selbstfahrenden Fahrzeugen in Japan beschleunigen. Dabei übernimmt die Regierung jetzt die Führung.

Beteiligungsfonds führt

Der staatliche Investitionsfonds „Innovation Network Corp. of Japan“ (INCJ) und sechs private Unternehmen investieren 3,7 Milliarden Yen (28,5 Millionen Euro) in den 3D-Kartendienst Dynamic Map Planning (DMP). DMP wurde im Juni 2016 als Joint Venture unter Beteiligung aller großen Autohersteller in Japan gegründet.

Bisher hat das Unternehmen DMP 3D-Kartendaten nur entwickelt, erforscht und verifiziert. Dank der neuen Investition wird das Unternehmen bis zum Fiskaljahr 2018 nun selbst 3D-Karten zunächst von allen Autobahnen erstellen und über eine eigene Plattform bereitstellen.

Hinter der Kapitalerhöhung von DMP stehen außer INCJ noch Mitsubishi Electric, Zenrin, Pasco, Aisan Technology, Increment P und Toyota Mapmaster. Die Investoren denken dabei nicht nur an Japan, sondern auch an die spätere Erstellung von 3D-Straßenkarten im Ausland, um nicht von anderen Kartenherstellern abhängig zu sein.

Hochaufgelöste Autobahnkarten bis Anfang 2019

Detaillierte, dreidimensionale, hochaufgelöste Karten mit Straßen, Ampeln, Gebäuden und anderen Objekten würden den Assistenzsystemen von selbstfahrenden Autos die Orientierung erleichtern. Dies wiederum bedeutet, dass solche Assistenzsysteme schneller eingeführt werden könnten.

Nach Einschätzung der Zeitung Asahi könnte DMP mittelfristig zu einem Konkurrenten des früheren Nokia-Kartendienstes Here werden, der von Daimler, Audi und BMW gekauft wurde. Zum Jahresanfang hatte sich auch der US-Chipriese Intel an Here beteiligt.

Laut dem Asahi-Bericht hat DMP inzwischen Verhandlungen mit Here begonnen, um einheitliche internationale Kartenstandards zu entwickeln. Auf diese Weise wollen die Japaner sicherstellen, dass sie sich mit ihrer digitalen Kartentechnik international nicht isolieren.

Foto: Stadtautobahn in Tokio (flickr/tokyoform CC BY-NC-ND 2.0)