Tokio (JAPANMARKT/fr) – Durch eine Umsatzverdoppelung will der Mischkonzern Panasonic in fünf Jahren zu einem der zehn größten Automobilzulieferer der Welt werden. Die Stärken aus der Konsumelektronik dienen dabei als Wettbewerbsvorteile.

Nummer 10 bis 2021

Rekordverluste in Milliardenhöhe mit Fernsehern und anderer Elektronik zwangen die Japaner zu einem Turnaround durch die Hinwendung zum Industriegeschäft. Inzwischen erwirtschaftet Panasonic mehr Umsatz und Gewinn mit Komponenten und Systemen für die Industrie als mit Haushaltsgeräten.

Nun soll der reine Automobilumsatz von zuletzt 1,3 Billionen Yen bis 2018 auf zwei Billionen Yen (15,4 Milliarden Euro) wachsen. „Für 93 Prozent davon haben wir schon heute feste Aufträge“, verkündete Yoshio Ito, Vizepräsident von Panasonic und Chef der Sparte für Automobil- und Industriesysteme.

Im Geschäftsjahr 2021 rechnet Ito mit Einnahmen von 2,5 Billionen Yen. „Damit würden wir zu den zehn größten Automobilzulieferern gehören, selbst wenn die Konkurrenz weiter wächst“, betonte der Manager. Dabei will Panasonic mit regionalen Anpassungen auch Neukunden in den USA und Europa gewinnen.

Lithium-Ionen-Batteriezellen als Wachstumstreiber

Als wichtigsten Wachstumstreiber nannte der Spartenchef die Produktion von Lithium-Ionen-Batteriezellen mit einer Umsatzverdopplung von 2016 bis 2018 auf 540 Milliarden Yen (4,2 Milliarden Euro). Noch stärkeres Wachstum erwartet der Manager bei Relais als Folge der Elektrifizierung der Fahrzeuge.

Auch bei digitalen Auto-Cockpits rechnet Ito mit Absatzerfolgen. Hier wolle man mit einem Umsatzplus von 16 Prozent auf 630 Milliarden Yen in 2018 zum Weltmarktführer werden. Der erste Großauftrag für ein Infotainment-System mit zwei Bildschirmen und einem Head-up-Display kam von Jaguar Land Rover.

Kamerasysteme mit Bildverarbeitungssoftware

Zum E-Cockpit gehörten künftig auch eine Kamera zur Fahrerbeobachtung, Kameras statt Seitenspiegel und elektronische Rückspiegel, so Ito. Dafür erhöhte Panasonic soeben seinen Anteil am spanischen Spezialisten Ficosa auf 69 Prozent. „Ohne Ficosa bräuchten wir zehn Jahre, um diese Systeme selbst zu entwickeln“, sagte Ito.

Ähnlich kräftig soll das Geschäft mit Kamera- und Sonar-Systemen zulegen. Zwar könnten Apple und Google mit künstlicher Intelligenz punkten, meinte Ito. Aber die eigene Bildverarbeitungssoftware von Panasonic mache mehrere der derzeit notwendigen sieben Kameras pro Fahrzeug überflüssig.

Foto: Panasonic-Vizepräsident Yoshio Ito (JAPANMARKT Online)