Tokio (JAPANMARKT/fr) – Ein Forscherteam der Universität Tokio hat Stromkreise entwickelt, die sich über längere Zeit direkt auf der Haut tragen lassen. Diese Technologie würde Patienten und Sportler unabhängiger machen.

Hypoallergene Leiterbahnen

Die Elektroden bestehen aus einer goldüberzogenen und dadurch elektrisch leitfähigen Nanostruktur, die Polyvinylalkohol enthält. Der wasserlösliche Kunststoff wird auch für Kontaktlinsen verwandt. Alle Stoffe sind für den Kontakt mit dem Menschen zugelassen.

Bei dem Verfahren wird zunächst ein winzige Menge Wasser auf die Haut gesprüht. Darin löst sich der Kunststoff, wodurch die vergoldete Nanostruktur auf der Haut kleben bleibt. Auch Schweißporen und Falten werden damit mühelos überbrückt.

20 Versuchspersonen trugen die Leiterbahnen eine Woche lang, ohne dass es zu Juckreiz und anderen Hautreaktionen kam. Die aufgetragene Struktur ist nämlich luftdurchlässig, so dass die Haut darunter nicht schwitzt. Damit ist sie bisherigen Verbindungen zwischen Sensoren und Haut überlegen und wäre etwa für den Einsatz in Krankenhäusern geeignet.

Langzeitüberwachung von Patienten und Sportlern

Außerdem überprüften die Wissenschaftler, wie belastungsfähig diese Stromkreise sind. Eine Elektrode an einem Zeigefinger überstand mehr als 10.000-mal Krümmen und Dehnen. Zudem stimmten die Aufzeichnungen von Muskelbewegungen mit den Werten von einer herkömmlichen Gelelektrode überein.

Das Forscherteam von der Graduate School of Engineering der Universität Tokio sieht sich damit am Ziel: „Die Geräte können mindestens eine Woche lang für medizinische und sportliche Anwendungen getragen werden, sagte Teamleiter Professor Takao Someya. Sein Team hatte bereits 2016 ein durchsichtiges Display für den Handrücken entwickelt.

Foto: Goldene Leiterbahnen verbinden eine LED-Lampe (2017 Someya Laboratory)