Tokio (JAPANMARKT/fr) – Fujitsu hat erste Details zu seinen neuen Spezialprozessoren für „Deep Learning“ vorgestellt. Damit dürfte der japanische Computerspezialist seine Rivalen das Fürchten lehren.

Deep-Learning-Einheiten

Der neue Prozessor wird aus 16 Prozessoreinheiten für Deep-Learning-Software bestehen. Jede davon enthält acht Verarbeitungsstellen. Ein separater Master-Kern steuert die Ausführung der Software in den Spezialchips (technische Details hier). Diese „Deep-Learning-Units“ (DLUs) sollen das neue Fundament des Prozessorgeschäfts von Fujitsu bilden.

Aufgrund seiner Bauweise wird dieser Prozessor nach Angaben von Fujitsu zehn Mal mehr je Watt leisten als die KI-Prozessoren von Nvidia und AMD. Die DLUs werden voraussichtlich 2018 auf den Markt kommen.

Fujitsu produziert bereits Hochleistungsprozessoren für Supercomputer (JAPANMARKT Online berichtete). Außerdem gehört Fujitsu zu den führenden Herstellern von Prozessoren für Server und Workstations, die mit der SPARC-Architektur arbeiten.

Leistungsfähig durch niedrige Rechengenauigkeit

Takumi Maruyama, Chef der KI-Plattform von Fujitsu und Mit-Entwickler der SPARC-Prozessoren, berichtete auf einer Fujitsu-Konferenz in München, die DLUs arbeiteten mit geringer Rechengenauigkeit. Jedoch reiche dies für viele Deep-Learning-Anwendungen aus. Dadurch leiste das neuronale Netzwerk mehr und verbrauche weniger Energie.

Nach Angaben von Maruyama müsste man diese Eigenschaften der Spezialchips beim Schreiben der Software berücksichtigen. Dann ließen sich skalierbare Systeme mit den Chips bauen, die auch die größten und komplexesten Deep-Learning-Aufgaben umsetzen können.

Foto: Sparc-Prozessor (Fujitsu)