Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die Bank of Japan hat ihre Konjunktureinschätzung erneut hochgestuft. Aber die schwache Preisentwicklung zwingt sie zu einer kleinen Korrektur.

Prognosen angehoben

Ende April hatte die Notenbank in ihrem vierteljährlichen Wirtschaftsausblick erstmals seit neun Jahren erklärt, die Wirtschaft befinde sich auf dem Weg zu einer moderaten Expansion. Nun meint sie sogar, die Wirtschaft expandiere moderat und hob deswegen ihre Prognosen an.

Für 2017 erwarten die Währungshüter nun ein Wachstum von 1,8 Prozent. Das sind 0,2 Punkte mehr als bei der Prognose im April. 2018 soll die Wirtschaft um 1,4 Prozent und damit 0,1 Punkte mehr zulegen als zuletzt vorhergesagt. In das rosige Bild passt das anhaltend starke Wachstum der Exporte, die im Juni um 9,7 Prozent den siebten Monat in Folge über dem Vorjahr lagen.

Inflationsziel auf Fiskaljahr 2019 verschoben

Zugleich verschob die Bank of Japan den Zeitpunkt für das Erreichen ihres Inflationsziels von 2 Prozent um ein Jahr auf das Fiskaljahr 2019, das bis 31. März 2020 läuft. Bei seinem Amtsantritt im Frühjahr 2013 hatte Gouverneur Haruhiko Kuroda noch erklärt, die Inflation binnen zwei Jahren auf 2 Prozent treiben zu wollen.

Diese Politik sei ein doppelter Fehler gewesen, kommentierte Japan-Analyst Stefan Große von der NordLB: „Der erste Fehler war, das Ziel so hoch anzulegen und der zweite, das Ziel in einer bestimmten Zeit erreichen zu wollen.“ Große hält ein Inflationsziel von 1 Prozent in Japan für angemessen.

Die Verschiebung wurde mit der weiter schwachen Preisentwicklung begründet. Entsprechend senkte die Notenbank ihre Inflationsprognose. In der Kernrate (ohne frische Lebensmittel) erwartet die Notenbank im laufenden Fiskaljahr nun 1,1 Prozent Teuerung und damit 0,3 Punkte weniger als zuvor.

Foto: Bank of Japan aus der Luft (flickr/Norio Nakayama CC BY-SA 2.0)