Tokio (JAPANMARKT/fr) – An der Tokioter Börse erleben die japanischen Bauunternehmen gerade ein Comeback. Denn die Konzerne sind finanziell so gesund wie nie und profitieren als Generalunternehmer von einem doppelten Auftragsboom.

Hohe Betriebsgewinne

Die vier großen Baukonzerne Taisei, Kajima, Shimizu und Obayashi galten lange Zeit als Relikte der sogenannten Blasenwirtschaft der 80er Jahre, als halb Japan mit Aktien und Immobilien spekulierte. Danach waren sie die großen Nutznießer von öffentlichen Bauprojekten, mit denen die Regierung das Wachstum ankurbelte.

Doch Premierminister Junichiro Koizumi reduzierte die Staatsausgaben für Beton, nachdem zu viele wenig sinnvolle Brücken, Straßen und Tunnel gebaut worden waren. Das zwang die Bauunternehmen, besser zu wirtschaften und technisch innovativer zu werden. Diese Kur hat die Unternehmen finanziell gesund gemacht.

Nach Einschätzung des Analysten Masahiro Mochizuki von Credit Suisse Japan waren 100 Milliarden Yen (775 Millionen Euro) operativer Gewinn vor fünf Jahren für diese vier Konzerne kaum vorstellbar. Aber inzwischen hätten alle vier Bauriesen diese Schwelle locker überwunden.

Bauboom bis ins nächste Jahrzehnt

Nach allgemeiner Einschätzung profitieren diese Generalunternehmer von dem Bauboom, der einerseits durch den Wiederaufbau der vom Tsunami betroffenen Gebiete und andererseits durch die Vorbereitungen der Olympischen Spiele 2020 in der Hauptstadt Tokio geschürt wird. Analyst Mochizuki ist sogar längerfristig optimistisch.

Auch über Olympia hinaus gebe es genügend Aufträge für die Industrie. Als Beispiele nennt der Analyst die geplanten Integrated Resorts mit Kasinos, den Ausbau des Tokioter Bezirks Tamachi, verschiedene Flughafenerweiterungen und die Möglichkeit, dass Osaka die World Expo 2025 ausrichtet (JAPANMARKT Online berichtete).

Foto: Aktuelle Baustelle vor dem Tokioter Bahnhof (flickr/Tim Franklin Photography CC NC-ND 2.0)