Tokio (JAPANMARKT/fr) – Mit staatlicher Unterstützung bauen vier japanische Unternehmen das weltweit erste Demonstrationsprojekt für eine vollständige Lieferkette von Wasserstoff auf. Damit werden die Möglichkeiten einer Wasserstoffwirtschaft ausgelotet.

Produktion in Brunei

Dafür haben die Handelsgruppen Mitsubishi Corporation und Mitsui zusammen mit dem Ingenieursdienstleister Chiyoda und dem Logistikkonzern Nippon Yusen einen eigenen Verband gegründet. Forschungspartner ist Mitsubishi Hitachi Power Systems.

Das Demonstrationsprojekt dieser “Advanced Hydrogen Energy Chain Association for Technology Development (AHEAD)” wird von Japans nationaler Forschungs- und Entwicklungsagentur New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) finanziert.

Bei dem Pilotvorhaben wird Wasserstoff im Ausland produziert, nach Japan transportiert und dort an Endverbraucher verteilt. Dabei wird der Wasserstoff in einer Fabrik im Sultanat Brunei aus Erdgas gewonnen, mit Toluol chemisch gebunden und in Methylcyclohexan umgewandelt.

Zweite Phase im Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft

Diese Flüssigkeit wird dann in Tankern von Nippon Yusen in eine Fabrik in Kawasaki gebracht, wo der vorherige chemische Prozess rückwärts abläuft, um wieder gasförmigen Wasserstoff zu produzieren. Diese chemische Methode wird von Chiyoda verwandt.

Der Aufbau der notwendigen Fabrikanlagen läuft von August 2017 bis Dezember 2019. Der tatsächliche Betrieb ist für den Zeitraum von Januar bis Dezember 2020 geplant. Die erzeugte Menge an Wasserstoff beträgt maximal 210 Tonnen, genug für 40.000 Autos mit Brennstoffzellenantrieb.

Das Projekt gehört nach Angaben der beteiligten Unternehmen zur zweiten Phase der „Strategic Road Map for Hydrogen and Fuell Cells“ des japanischen Industrie- und Wirtschaftsministeriums METI. Diese Strategie zielt auf den Aufbau einer globalen Transport- und Lieferkette für Wasserstoff bis 2030.

Foto: Modellzeichnung der Dehydrogenisierungs-Fabrik in Kawasaki (Mitsubishi Corp.)