Tokio (JAPANMARKT/fr) – Durch die Übernahme von Mitsubishi Motors wird dem Renault-Nissan-Verbund der Aufstieg in den 10-Millionen-Klub der Autobauer gelingen. Doch die Weltmarktführung zum Halbjahr kommt etwas überraschend.

Drei im 10-Millionen-Klub

Der globale Absatz der Renault-Nissan-Mitsubishi-Gruppe ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 um sieben Prozent zum Vorjahr auf 5,268 Millionen Einheiten gestiegen. Zugleich konnte der bisherige Weltmarktführer, die Volkswagen-Gruppe, seine Verkaufszahl im gleichen Zeitraum wegen des Dieselskandals nur um 0,8 Prozent auf 5,156 Millionen Fahrzeuge erhöhen.

Trotz eines Wachstums von 2,7 Prozent auf den Rekord-Halbjahreswert von 5,129 Millionen verkauften Fahrzeugen blieb Japans größtem Autobauer Toyota mit einem knappen Rückstand von 27.000 Einheiten nur der dritte Platz hinter VW.

Der Sprung von Renault-Nissan an die Weltspitze hatte sich bereits im Vorjahr abgezeichnet, als Nissan 34 Prozent von Japans sechstgrößtem Autohersteller Mitsubishi Motors übernommen hatte. Da hatte Carlos Ghosn als oberster Chef der drei Unternehmen schon den Aufstieg in den 10-Millionen-Autoklub gefeiert.

Automarkt in Nordamerika bremst Toyota aus

Auch im Gesamtjahr könnte die französisch-japanische Gruppe vor ihren Rivalen aus Deutschland und Japan bleiben, sollten sich die Trends aus dem abgelaufenen Halbjahr fortsetzen: Renault steigerte den Verkauf um 10,4 Prozent auf 1,879 Millionen Einheiten, Nissan um 6,9 Prozent auf 2,887 Millionen und Mitsubishi um 2,4 Prozent auf 494.000 Fahrzeuge.

Doch das Rennen bleibt weiter offen: Denn auch Toyota hatte im ersten Halbjahr einen Lauf. In Europa stieg der Absatz des Ex-Marktführers vor allem wegen der Nachfrage nach Hybridmodellen um 10,7 Prozent (JAPANMARKT Online berichtete), in Japan um 10,3 Prozent und in China um 5,4 Prozent. Allerdings musste der japanische Branchenprimus in den USA, als wichtigster Absatzmarkt, einen Rückgang um 3,6 Prozent auf 1,16 Millionen Einheiten hinnehmen. Dort bremste vor allem der Mangel an SUV-Modellen und Pickup-Trucks. Dagegen steigerte sich Nissan in den USA um 2,7 Prozent auf 819.600 und VW um 7,2 Prozent auf 293.400 Einheiten.

Foto: Nissan