Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die Gründer und Chefs von kleinen und mittleren Unternehmen gehen derzeit in Scharen in Rente. Häufig gibt es in ihren Familien keinen Nachfolger, so dass sie vor der schweren Wahl stehen, zu schließen oder zu verkaufen.

40.000 Firmen pro Jahr

Nach einer Schätzung des Finanzinstituts Nomura brauchen bis 2040 jährlich 40.000 kleine und mittlere Firmen in Japan aus Altersproblemen einen neuen Besitzer oder Chef. Viele davon sind Familienbetriebe. In der Vergangenheit lösten sie den Erbenmangel nicht selten dadurch, dass einen fähigen Manager in die Familie adoptierten.

Aber dieser Weg ist wegen der alternden Bevölkerung und vieler geburtenschwacher Jahrgänge immer schwieriger zu gehen. Daher sehen sich viele solcher Unternehmen zur Schließung gezwungen, wenn der Gründer, Besitzer und Chef die Geschäfte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst leiten kann.

Verkauf oder Fusion eher die Ausnahme

Die Alternative ist ein Verkauf oder eine Fusion. Dieses Geschäft brummt in Japan bereits seit einigen Jahren. Jedenfalls sind die Aktien der drei dominanten Brokerhäuser Strike Co, Nihon M&A Center und M&A Capital Partners, die sich auf M&A-Geschäfte mit kleinen und mittleren Firmen spezialisiert haben, stark gestiegen.

Die schwierigste Aufgabe dieser Dealmaker besteht darin, den Firmenbesitzer davon zu überzeugen, dass der Verkauf an einen früheren Rivalen oder größeren Wettbewerber sowohl eine machbare als auch eine ehrenvolle Sache ist. Schließlich können sie so die Schließung abwenden und ihr Lebenswerk retten.

Nach Angaben von Nomura erfolgt etwa die Hälfte solcher Unternehmensverkäufe wegen eines Nachfolgeproblems. Aber die drei Broker wickeln jährlich bisher nur etwa 400 Deals ab. Im Umkehrschluss heißt dies: Die meisten der 40.000 Firmen jährlich mit diesem Problem werden wohl keinen Käufer finden und daher schließen.

Foto: Hamarikyu Garten (flickr/Dani Oliver CC BY-NC-ND 2.0)