Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der japanische Meeresfrüchte-Verkäufer Kyokuyo hat als zweiter Produzent in Japan den Verkauf von vollständig gezüchteten Blauflossen-Thunfischen angekündigt. Nur Japan hat die Zucht dieser als Sushi begehrten Thunfische bisher gemeistert.

„Echte“ Züchtung nur in Japan

Viele Thunfisch-Verkäufer behaupten, ihr Blauflossenthun sei gezüchtet. In Wirklichkeit werden die Fische mit einem Schleppnetz auf hoher See gefangen und danach in Küstennähe bis zur Schlachtreife gemästet. Diese Methode hat das Tempo der Bedrohung der Thunbestände sogar verschärft.

Doch der japanischen Universität Kinki war es nach der Jahrtausendwende erstmals gelungen, eine echte Thunfisch-Zucht über den ganzen Lebenszyklus der Tiere aufzubauen. Bis dahin galt dies als unmöglich, da die Fortpflanzung dieser Großfische sehr sensibel auf veränderte Umweltbedingungen reagiert.

In der Präfektur Nagasaki wurden zwei Tanks mit kontrollierten Bedingungen gebaut, um die Eier von Thunfischen einzusammeln, sie künstlich zu befruchten und die Jungthune bis zur Schlachtreife zu züchten. Im April 2012 ging die erste kommerzielle Fischfarm mit dieser Technik in Japan an den Start.

Japanische Hilfe für Erhaltung des Blauflossenthuns

Kyokuyo will die Blauflossenthune ab November verkaufen, Rivale Nippon Suisan Kaisha folgt im Winter. Der Pionier in diesem Bereich ist Maruha Nichiro (JAPANMARKT Online berichtete). Kyokuyo will sich von den Wettbewerbern laut einem Bericht der Nikkei-Zeitung durch längere Frische und besseres Aussehen der Fische unterscheiden.

Der Blauflossenthunfisch, der im Atlantik, im Mittelmeer und im Pazifik heimisch ist, ist durch Überfischung vom Aussterben bedroht. Japan ist der größte Konsument dieser Tiere. Mit der nachhaltigen Züchtung zeigt die Inselnation, dass sie ihren Beitrag zum Erhalt dieser besonders großen Thunfischart leisten will.

Foto: flickr/Planet Earth CC BY-NC-ND 2.0