Tokio (JAPANMARKT/fr) – Schüler, Eltern und Lehrer zittern bereits heute vor einer Änderung der Aufnahmeprüfungen für Universitäten im Jahr 2020. Dann wird erstmals auch  die Fähigkeit geprüft, Englisch sprechen zu können.

Englisch wird weiter geprüft

Eigentlich wollte das zuständige Bildungsministerium den Englisch-Teil in den jährlichen Aufnahmeprüfungen komplett streichen. Aber laut einem Bericht der Japan Times ist dieser Plan auf Wunsch von Universitäts- und Schuldirektoren-Verbänden verschoben worden.

Stattdessen sollen von 2020 bis 2023 die Universitäten die Bewerber auf der Basis eines neuen Englisch-Teils in dem zentralen Aufnahmetest oder eines privat organisierten Englisch-Tests die Bewerber auswählen. Auch eine Kombination ist möglich. Geprüft werden jeweils Sprechen, Schreiben, Hören und Lesen.

Bisher fokussieren die Mittel- und Oberschulen ihren Englisch-Unterricht auf Schreiben, Hören und Lesen. Englisch sprechen kommt dabei eindeutig zu kurz, so dass vielen Schülern der Mut zum Sprechen fehlt. Die Aussprache richtet sich zudem oft nach der Katakana-Schreibweise statt nach einer internationalen Lautschrift.

Private Organisationen dürfen Englisch-Können prüfen

Laut dem Pressebericht ist noch nicht klar, welche privaten Englischtests das Bildungsministerium als Auswahlbasis zulassen will. Es soll mindestens zehn Bewerbungen geben, darunter auch vom Veranstalter des „Test of English as a Foreign Language“ (TOEFL). Dieser Test wird allerdings auf der Basis von westlichem Englischunterricht entworfen.

Beim jährlichen Ranking für die globalen TOEFL-Ergebnisse für 2016 lag Japan mit einem Durchschnittswert für Hören und Lesen von 516 weit hinten. Deutschland schaffte es mit 789 Punkten hinter Kanada auf den zweiten Platz. In Asien waren nur Hong Kong, Vietnam, Thailand, Mongolei und Indonesien schlechter als Japan.

Foto: Grundschüler in Hiroshima entschuldigen sich für Fehler in ihrem gesprochenen Englisch (flickr/Alan Levine Öffentliche Domäne)