Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japanische Forscher haben die Symptome der Parkinson-Krankheiten bei Affen verbessern können. Dafür wurden aus menschlichen Stammzellen erzeugte Nervenzellen ins Mittelhirn injiziert.

Dopaminmangel behoben

Bei der Parkinson-Krankheit, früher Schüttellähmung genannt, kommt es zu einem Absterben von Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dieser Stoff wird vom Gehirn benötigt, um Bewegungen des Körpers zu kontrollieren. Bei der Parkinson-Krankheit kommt es daher zu Muskelzittern, verlangsamten Bewegungen und Haltungsinstabilitäten. Rund 150.000 Japaner leiden unter Parkinson.

Bisher lässt sich die Krankheit in ihren verschiedenen Ausprägungen nur durch Medikamente und die Implantation von Elektroden ins Gehirn behandeln. Der Verfall der Nervenzellen geht dabei weiter. Ein Team der Universität Kyoto unter Leitung von Jun Takahashi setzt daher darauf, künstlich erzeugte dopaminproduzierende Nervenzellen ins Gehirn einzubringen.

Der Erfolgsnachweis dieser Methode ist Takahashi und seinen Forschern jetzt gelungen, berichtete Nature Online. Die Erprobung an sieben Makaken lief über zwei Jahre. Dabei verbesserten sich die Parkinson-Symptome erheblich. Zugleich wuchs die Zahl der injizierten Stammzellen neun Monate lang und stagnierte dann, ohne dass Tumore entstanden.

Stammzellenbank für 80 Prozent der Japaner

Die dopaminproduzierenden Nervenzellen wurden aus menschlichen induzierten pluripotenten Stammzellen hergestellt. Nun will die Universität Kyoto diese Zellen auch klinisch am Menschen erproben. Ursprünglich wollte sie dafür Hautzellen der einzelnen Patienten nehmen, sie in pluripotente Stammzellen zurückverwandeln und daraus die notwendigen Nervenzellen herstellen.

Dieser Plan wurde aus Kosten- und Zeitgründen aufgegeben. Stattdessen benutzt man für die Reprogrammierung jetzt eine Stammzellenbank, die von der Universität Kyoto aufgebaut wird. Dort werden demnächst 75 Zelllinien vorgehalten, die 80 Prozent der Japaner vertragen sollten.

Die erste klinische Erprobung mit solchen Zellen findet derzeit bei einer Patientin mit einer Augenkrankheit statt (JAPANMARKT Online berichtete). Nun dürfte Parkinson als nächstes folgen.

Foto: Mutation in PARK2 (Parkin) Gen (Wikipedia CC BY-SA 3.0)