Tokio (JAPANMARKT/fr) – Kennen Sie den Kugelschreiber, der seine eigene Tinte wieder verschwinden lassen kann? Viele deutsche Schüler schon. „Frixion“ heißt einer der größten heimlichen Erfolge Japans im Ausland.

Japans erfolgreichste Schreibware

Japan war schon immer besonders gut mit Schreibwaren. Der deutsche Hersteller Edding zum Beispiel bezog seine berühmten Stifte anfangs aus Japan und verkaufte sie unter seinem eigenen Namen in Deutschland.

Eine andere, wenig bekannte Erfolgsgeschichte ist die der Kugelschreiber-Frixion. Am Stiftende sitzt ein Stück Kunststoff, mit dem sich die geschriebene Tinte wieder auslöschen lässt. Dahinter steckt ein chemischer Trick: Das Rubbeln mit dem Kunststoff erzeugt Wärme, die wiederum die Farbe der Tinte entfernt. Dadurch verschwindet die Schrift. Eine Temperatur von 65 Grad Celsius ist für diesen Effekt notwendig.

Frixion triumphiert über den Tintenkiller

Das ist besser als die berühmten „Tintenkiller“, die viele deutsche Schüler seit den siebziger Jahren benutzen, um Fehler in ihren Schreibheften und Hausaufgaben auszumerzen. Denn es gibt keine Restspuren der Schrift und keine Radiergummi-Krümel.

Der Hersteller Pilot begann 2006 mit dem Verkauf der Frixion-Stifte in Europa. Dies geschah ein Jahr vor dem Verkaufsstart in Japan, denn in Japan benutzen Schüler Bleistifte und keine Kugelschreiber, so dass der naheliegendste Markt für das ungewöhnliche Produkt das Ausland war.

Die Frixion-Stifte wurden in kurzer Zeit zum Hit: Im Vorjahr verkaufte Pilot weltweit insgesamt 1,9 Milliarden Frixion-Kulis. Die wichtigsten Kunden sollen zwischen acht und 14 Jahre alt sein. Die Stifte ersparen ihnen die Arbeit des Neuschreibens und sind zudem fast unzerbrechlich.

Foto: Frixion-Stifte in Japan (flickr/Toshiyuki Imai CC BY-SA 2.0)