Tokio (JAPANMARKT) – Auf der Fachmesse für Metallbearbeitung EMO in Hannover zeigen Mitsubishi Electric und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie ein intelligentes Kommunikationssystem für eine optimierte Fertigung.

Deutsch-japanisches System

Das System kann den menschlichen Bedienern direkt aus der Maschinensteuerung individuell zu ihren Aufgaben passende Informationen liefern. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts lassen sich damit Entscheidungswege verkürzen und unbekannte Aufgaben schneller und flexibler lösen.

Das deutsch-japanische System überträgt Informationen aus der Steuerung der Maschine auf mobile Endgeräte und bereitet sie dort auf. Es arbeitet mit kommerziell erhältlichen Datenbrillen und Tablets, deren Android-Betriebssystem mit der Fertigungsumgebung verbunden ist.

Zum Beispiel blenden die Smart Glasses oder Tablets aktuelle Daten der Motorströme für unterschiedliche Antriebe oder 3D-Modelle von Bauteilen in die reale Maschinenumgebung im Blickfeld des Mitarbeiters ein. So lässt sich der Zustand der Komponenten zu jedem beliebigen Zeitpunkt überwachen.

Der Mitarbeiter kann dadurch eingreifen bevor eine Störung eintritt oder erfährt anhand der Daten, dass eine Komponente langsamer verschleißt als angenommen und kann geplante Wartungsintervalle selbstständig verlängern.

Hilfsanweisungen von der Steuerung an den Mitarbeiter

Bei einer Störung löst das System einen Pop-up-Hinweis auf dem Endgerät aus und bietet seine Hilfe an. In unterschiedlichen Formaten wie Video oder Text wird dem Bediener dann Schritt für Schritt gezeigt, wie beispielsweise ein Werkzeug gewechselt wird. Dadurch muss der Bediener nicht mehr in Handbüchern, Arbeits- oder Prüfanweisungen nachschlagen.

Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts können Unternehmen mit diesem System die Stillstandzeiten von Maschinen verkürzen, Produktionsaufträge genauer planen und Produkte schneller fertigstellen. Auch Schulungs- und Trainingsinhalte lassen sich mit dem neuen System in unterschiedlichen Formaten aufrufen. Mitarbeiter können so direkt an der Maschine ihr Wissen ausbauen und erworbene Kenntnisse direkt anwenden.

Neue und ungeschulte Mitarbeiter werden dazu befähigt, ab dem ersten Tag selbstständig zu lernen und zu arbeiten. Aber auch routinierten Mitarbeitern könne etwa eine Datenbrille helfen, die hochkomplexen Maschinen zu bedienen. Das System könne in betroffenen Branchen auch den Fachkräftemangel mildern, teilte das Fraunhofer-Institut mit.

Foto: © Mitsubishi Electric/Fraunhofer IPT