Tokio (JAPANMARKT) – Die fünf Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert in den USA sind alles Technologieunternehmen. Da können Deutschland und Japan kaum mithalten.

Technologie- gegen Industriewerte

Apple, die Google-Mutter Alphabet, Microsoft, Facebook und Amazon führen die Liste der Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung in den USA an. In Deutschland steht SAP als Technologieunternehmen einsam an der Spitze. Siemens folgt auf dem zweiten Platz, aber das Münchner Unternehmen gilt als klassischer Industriewert.

In Japan sieht es nicht besser aus: Dort stehen auf den Rängen 2 bis 4 immerhin drei Technologieunternehmen. Doch NTT und NTT Docomo haben nur in Japan Bedeutung. Lediglich Softbank auf dem vierten Platz hat den Anspruch, die Welt zu erobern. Man kaufte den US-Mobilfunker Sprint und den britischen Chip-Designer ARM. Aber die Basis von Softbank bleibt das Mobilfunkgeschäft in Japan.

Das Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert in Japan ist auch das Unternehmen mit dem höchsten Umsatz – Toyota. Auch dieser Konzern gehört zur „old economy“. Zwar hat Japan sehr viele Unternehmen mit Spitzentechnologien. Aber keines davon hat eine überragende internationale Bedeutung – ob Mitsubishi Electric, Fujitsu, Kyocera, Murata, Panasonic, Sony oder Sharp.

Softbank-Fonds sucht Technologie-Sieger von morgen

Die Hoffnung ruht nun auf Softbank. Gründer und Chef Masayoshi Son ist der einzige japanische Unternehmer, der bei den wichtigsten Managern und Regierungschefs sofort einen Termin bekommt und mit ihnen souverän umgeht – ob Apple-Chef Tim Cook, US-Präsident Donald Trump oder Indiens Regierungschef Narendra Modi.

Die Bedeutung von Son ist enorm gestiegen, seitdem er den Softbank Vision Fund aufgelegt hat. Mit einem Vermögen von rund 100 Milliarden Dollar investiert der Fonds seit diesem Jahr in aufstrebende Technologieunternehmen in der ganzen Welt. Darunter könnte das nächste Google oder Facebook sein. Damit sitzt ein Japaner am Schalthebel der Technologiewelt von morgen.

Foto: Tafel mit Börsenkursen in Tokio (flickr/Dick Thomas Johnson CC BY 2.0)