Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die japanische Technologiegruppe Nisshinbo hat einen Katalysator für Brennstoffzellen entwickelt, der ohne Platin auskommt. Damit könnten die Kosten von Wasserstoff-Autos um Tausende von Euros sinken.

Teurer Brennstoffzellen-Katalysator

Das Brennstoffzellen-Fahrzeug Mirai von Toyota kostet in Japan 7,2 Millionen Yen (54.500 Euro). Ein Grund für den hohen Preis sind die Katalysatoren aus Platin und anderen hochwertigen Materialien, die 40 bis 45 Prozent der Kosten ausmachen können. Die Forschung von Toyota zielte jahrelang darauf ab, die Menge an Platin zu verringern, um die Zellkosten zu senken.

Nun hat Nisshinbo in einer elfjährigen Zusammenarbeit mit Professor Junichi Ozaki von der Universität Gunma ein Material perfektioniert, das fast genauso effizient als Katalysator wirkt wie die bisherigen Platinelektroden, aber weniger als einen Yen (0,8 Eurocent) pro Gramm kostet. Das ist drei- bis viertausendmal billiger als Platin.

Kohlenstofflegierung mit spezieller Oberfläche

Ein Katalysator ist ein Stoff, dessen Anwesenheit einen chemischen Prozess in Gang setzt oder beschleunigt, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. In der Brennstoffzelle sorgt er dafür, dass sich der getankte Wasserstoff mit dem Sauerstoff in der Luft zu Wasser verbindet. Dabei fließt Strom, der den Motor antreibt. Nisshinbo setzt nun auf eine wärmebehandelte Legierung aus Kohlenstoff, die eine spezielle Oberfläche hat.

Der kanadische Brennstoffzellen-Spezialist Ballard Power Systems nutzt das neue Material für seine Brennstoffzellen für Smartphones, die im Dezember auf den Markt kommen. Die Zelle mit einem Ausstoß von 30 Watt kann sechs Smartphones aufladen. Diese neue Technologie würde sich auch für den Einsatz in Brennstoffzellen für den Antrieb von Elektroautos eignen.

Foto: Nisshinbo Industries in Tokio (Wikipedia Public Domain)