Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die Weltraumbehörden in Deutschland und Japan wollen ihre projektbezogene Zusammenarbeit weiterführen. Dazu wurde jetzt eine gemeinsame Erklärung in der japanischen Hauptstadt unterzeichnet.

Mehr als 50 Projekte

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die japanische Raumfahrtagentur Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) nähern sich seit der vor anderthalb Jahren beschlossenen strategischen Partnerschaft (JAPANMARKT Online berichtete) weiter an.

Derzeit arbeitet das DLR bereits mit 18 wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten in Japan im Rahmen von mehr als 50 Projekten zusammen. Das sind rund 20 Projekte mehr als vor dem Strategieabkommen.

Dabei geht es beispielsweise um Vorhaben in der Erdbeobachtung und Planetenforschung, in der Raumfahrtrobotik und Atmosphärenforschung sowie der Luftfahrtforschung. Ein Schwerpunkt liegt auf gemeinsamen Aktivitäten für das Erheben und Verarbeiten von Daten zur Überwachung von Treibhausgasen.

Strategiedialog in Oberpaffenhofen und Tokio

Mitte Februar hatten sich die DLR-Vorstandsvorsitzende Professorin Pascale Ehrenfreund sowie die Vorstände Gerd Gruppe und Professor Hansjörg Dittus mit dem JAXA-Vorstand Yuichi Yamaura zu einem Strategiedialog im DLR-Standort Oberpfaffenhofen getroffen.

Dort bekam die japanische Delegation eine Führung durch ausgewählte Institute in Oberpfaffenhofen und gewann einen Überblick über die Raumfahrtaktivitäten des bayerischen DLR-Standorts. In dieser Woche ging der Strategiedialog mit dem Besuch von Professorin Ehrenfreund und anderen Vorstandskollegen in Tokio weiter. Beide Seiten wollen ihre Luft- und Raumfahrtprogramme stärker aufeinander abstimmen und ihre Kompetenzen bündeln.

So wollen das DLR und die JAXA in Zukunft in der radargestützten Erdbeobachtung enger zusammenarbeiten. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Erforschung unseres Sonnensystems: Auf der JAXA-Mission Hayabusa2 fliegt derzeit der Asteroidenlander MASCOT des DLR mit, der 2018 auf dem Asteroiden Ryugu landen soll, um dessen Bodenbeschaffenheit zu erforschen.

Foto: JAXA-Präsident Naoki Okamura und DLR-Chefin Professorin Pascale Ehrenfreund (DLR)