Tokio (JAPANMARKT/fr) – Wenn Japaner im eigenen Land verreisen, schicken sie ihre großen Koffer vorweg. Diesen Service gibt es mit einem verbesserten Verfahren ab Januar auch für ausländische Touristen.

Vier Flughäfen, 10.000 Ziele

Das Verschicken von großen Gepäckstücken gehört zu den erfolgreichen Standardangeboten für Reisende in Japan. Das macht die eigentliche Reise bequemer und verringert die Störungen durch Gepäckstücke in S- und U-Bahnen für andere Reisende.

Bisher konnten auch ausländische Touristen diesen Service nutzen, etwa für den Transport ihrer Koffer vom Flughafen zum Hotel. Doch diese Dienstleistung wurde nur wenig genutzt. Mögliche Gründe sind der Zeitaufwand für die Formulare und das geringe Marketing.

Nun hat sich der Lieferdienst Yamato mit dem Reisebüro JTB und Panasonic zusammengetan und bietet den Kofferversand mit einem digitalisierten Verfahren an. Auf einer Webseite geben die Touristen künftig ihren Namen und die Größe ihres Gepäcks an. Die Daten werden in einen QR-Code umgewandelt.

Schneller und bequemer Umgang mit großem Gepäck

Mit diesem leicht lesbaren Code können die Touristen an den Annahmestellen an vier Flughäfen (Narita, Haneda, Chubu (Nagoya), Kansai (Osaka)) und etwa 100 Hotels in Tokio, Kyoto und Osaka ihre Koffer schnell und bequem auf den Weg zu rund 10.000 Hotels und Unterkünften in Japan schicken.

Der Service wird JTB-Pauschaltouristen genauso angeboten wie individuel Reisenden. Auch unterwegs können die Besucher sich jederzeit auf der Webseite anmelden und die Dienstleistung nutzen, da die Daten auf einer eigenen Plattform sofort verarbeitet werden und bereitstehen. Bis 2020 soll es landesweit 2.500 Annahmestellen geben.

Für einen großen Koffer (15 bis 25 kg) wird der Transport 2.500 Yen kosten (weitere Details hier). Diese Kosten dürften am Ende die größte Hürde für einen Erfolg des neuen Angebots sein. Aber wer erst einmal die Mühe erlebt hat, mit einem großen Koffer in eine überfüllte Bahn in Japan einzusteigen, wird den Service wahrscheinlich schnell zu schätzen wissen.

Foto: Gepäcktransport mit Yamato (flickr/David McKelvey CC BY-NC-ND 2.0)