Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der Elektronikspezialist Pioneer wird der erste japanische Partner des deutschen Digital-Kartendienstes Here. Gemeinsam will man vor allem Kartendienste für selbstfahrende Autos entwickeln.

Ausdehnung nach Japan

Der ehemalige Digitalkarten-Spezialist von Nokia gehört seit Ende 2015 den drei deutschen Autoherstellern Audi, BMW und Daimler. Zum Jahresanfang stieg eine Gruppe asiatischer Investoren bei Here ein. Darunter waren Navinfo und Tencent aus China und der Investmentfonds GIC aus Singapur. Im Juli beteiligte sich auch Intel an Here.

Pioneer und Here hatten bereits im Februar eine strategische Partnerschaft angekündigt. Durch die Ende Juni beschlossene Zusammenarbeit mit der Pioneer-Tochter Increment P kann Here nun auch digitale Karten für den japanischen Markt anbieten. Pioneer entwickelt auch preisgünstige 3D-Laserkameras (LiDAR), die für die Karten beim autonomen Fahren wichtig sind.

Kapitalverschränkung bis Anfang Oktober

Im nächsten Schritt kommt es nun bis zum 5. Oktober zu einer Kapitalverschränkung beider Unternehmen. Pioneer erwirbt knapp ein Prozent von Here und gibt gleichzeitig 11,1 Millionen neue Aktien an Here aus. Dadurch kommt der deutsche Kartendienst auf einen dreiprozentigen Anteil an dem japanischen Elektronikspezialisten.

Die Zusammenarbeit mit Pioneer ist ein wichtiger Schritt für Here, um eine globale Kartenabdeckung zu erreichen. Erst dann kann man mit Google Maps konkurrieren. Ein zweiter Vorteil ist, dass Pioneer viele japanische Autobauer mit Unterhaltungssystemen beliefert, in die der Here-Kartendienst nun integriert werden kann.

Foto: Logo (Here)