Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Finanzaufsicht hat elf Handelsplätze für Kryptowährungen zugelassen, während in anderen Ländern solche Plattformen geschlossen werden. Die Finanzaufsicht verfolgt damit eine mittelfristig orientierte Strategie.

Registrierungspflicht seit April

Zu den jetzt zugelassenen Handelsplätzen gehören BitFlyer und Quoine. Weitere 17 Handelsplätze haben bis zum Ablauf der Antragsfrist Ende September einen Registrierungsantrag gestellt und dürfen vorerst weiter in Betrieb bleiben, solange die Financial Services Agency (FSA) noch keine Entscheidung getroffen hat, berichtete der Finanzdienst Bloomberg.

Seit April sind virtuelle Währungen in Japan prinzipiell als Zahlungsmittel zugelassen. Jedoch ist der An- und Verkauf von virtuellen Währungen über Online-Plattformen nur noch legal, wenn die Tauschbörse von der FSA zugelassen wird.

Diese Lizenz für den Kryptowährungshandel ist nicht einfach zu bekommen. Zu den Voraussetzungen gehören ein Minimum an Eigenkapital, die getrennte Verwaltung der Kundeneinlagen und eine Identitätsprüfung der Kunden über ein Einschreiben an eine japanische Postadresse (JAPANMARKT berichtete).

Schutz für Nutzer von digital verschlüsseltem Geld

Damit zieht die FSA ihre Lehren aus dem Zusammenbruch des in Japan angesiedelten Bitcoin-Händlers Mt. Gox im Februar 2014 mit einem geschätzten Schaden von 450 Millionen Dollar. Zugleich wollen die Finanzhüter die Kryptowährungen mit der strengen Regulierung als alternatives Zahlungsmittel salonfähig machen, damit die japanische Finanzindustrie innovativer wird.

Japan ignoriert damit das derzeitige Misstrauen in den weltweiten Boom dieser Währungen. China zum Beispiel hat erste nicht lizensierte Handelsplätze geschlossen. Der Chef von JP Morgan Chase, Jamie Dimon, hält das Cybergeld für „Betrug“ und fürchtet eine Spekulationsblase schlimmer als mit Tulpenzwiebeln Anfang des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden.

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