Tokio (JAPANMARKT) – Die Manager in der japanischen Großindustrie sind so ausgezeichnet gelaunt wie zuletzt vor zehn Jahren. Das ist nicht die einzige gute Nachricht im neuen Tankan-Bericht der Bank of Japan.

Stimmung auf 26-Jahreshoch

Die Notenbank führt vierteljährlich eine Umfrage unter mehr als 10.000 Unternehmen durch. Bei den Großunternehmen im produzierenden Gewerbe stieg der sogenannte Diffusionsindex für das Geschäftsklima um fünf Punkte gegenüber Juni auf plus 22. Ein positiver Wert bedeutet, dass es mehr Optimisten als Pessimisten gibt.

Dazu passte der Anstieg des Nikkei-Einkaufsmanagerindexes für die Industrie um 0,7 Punkte auf 52,9 im September. Besonders guter Stimmung waren die Manager in der Chemie- und Maschinenbau-Industrie, die offenbar vom Exportboom profitieren. Ebenso befindet sich der Bausektor im Vorfeld der Olympischen Spiele 2020 in Tokio in Hochstimmung.

Der Index für die großen Dienstleister in Japan stagnierte auf plus 23. Jedoch ist das immer noch der höchste Wert seit Dezember 2015. Der gesamte Tankan-Wert für alle Unternehmen und alle Wirtschaftsbereiche stieg um drei Punkte auf plus 15. Dies ist der höchste Wert seit September 1991 und belegt die Breite und Stärke des Aufschwungs in Japan.

Japanische Wirtschaft in „blendender“ Verfassung

„Der japanischen Wirtschaft geht es blendend“, kommentierte Analyst Stefan Große von der NordLB. Auch im dritten Quartal bliebe die Wachstumsstory für Japan erhalten. Die gute Konjunkturlage macht einen Sieg von Premier Shinzo Abe bei der vorgezogenen Neuwahl am 22. Oktober wahrscheinlicher.

Das rosige Bild wurde nur durch die leicht reduzierten Investitionspläne der Großindustrie getrübt, die ihre Kapitalausgaben im Geschäftsjahr 2017 um 7,7 Prozent erhöhen will. Das sind 0,3 Punkte weniger als im Juni. Aber diese Rate liegt immer noch über ihrem Wachstumsausblick von 6,3 Prozent im September des Vorjahres.

Foto: Blick auf Roppongi Hills in Tokio (flickr/Toshihiro Gamo CC BY-NC-ND 2.0)