Tokio (JAPANMARKT) – Auch Japan „kann“ künstliche Intelligenz. Das beweist der erfolgreiche Börsengang von PKSHA Technology. Zu den Unterstützern des Start-ups gehören zwei von Japans größten Unternehmen.

Vervierfachung in zwei Wochen

Seit der ersten Börsennotierung am 22. September hat sich der Aktienpreis von PKSHA Technology mehr als vervierfacht. Zu den frühen Investoren gehören Toyota und NTT Docomo. Das machte viele Anleger auf das Start-up-Unternehmen aufmerksam. Außerdem war dies der erste Börsengang eines Start-ups für künstliche Intelligenz (KI) in Japan.

Einer Marktkapitalisierung von nun umgerechnet einer Milliarde Euro steht lediglich eine Gewinnprognose von 230 Millionen Yen (1,7 Millionen Euro) gegenüber. Das bedeutet: Der Finanzmarkt erwartet ein rasantes Wachstum der Jungfirma.

PKSHA (ausgesprochen „Paaksha“) entwickelt KI-Algorithmen und konzentriert sich dabei auf die Auswertung von Kundendaten, Sprachverarbeitung und Gesichtserkennung. Diese Technologien sind beispielsweise für autonom fahrende Autos, aber auch für die Sprachassistenten in Heimlautsprechern und Smartphones gefragt.

Kombination von Algorithmen für verschiedene Bereiche

Das Besondere an PKSHA liegt laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei in der Kombination von Algorithmen aus sieben verschiedenen Bereichen, welches die Software nicht nur schneller einsatzbereit, sondern auch für eine größere Auswahl von Kunden anwendbar macht. Bisher wurden viele Programme für künstliche Intelligenz in Japan häufig nur für eine einzelne Aufgabe geschrieben.

Der erfolgreiche Börsengang könnte in Japan eine Gründerwelle für künstliche Intelligenz auslösen, weil die Kapitalgeber nun die potenziellen Gewinnchancen einer Beteiligung gesehen haben. Solche KI-Start-ups brauchen wegen teurer Hochleistungscomputer und der kostspieligen Datenzentrennutzung mehr Anschubhilfe als andere Technologiegründungen.

Foto: flickr/Maziani Sabudin CC BY 2.0