Tokio (JAPANMARKT) – „Kreisendes Sushi“ gibt es in den Restaurants in Japan, in denen kleine Teller mit Sushi-Happen auf einem Förderband an den Gästen vorbeifahren. Doch das Geschäft hat seine Tücken.

Billig-Sushi für jeden Tag

Eigentlich ist Sushi eine teure Spezialität und keineswegs ein Gericht, das Japaner täglich essen. Aber die Kaiten-Zushi oder Mawari-Zushi genannten Restaurants haben Sushi auch für die Masse und den täglichen Konsum erschwinglich gemacht.

Die Preise für die einzelnen Sushi-Happen sind dort deutlich niedriger, weil durch das Förderband und die Selbstbedienung weniger Personal erforderlich ist und sich auf relativ wenig Raum gute Umsätze erzielen lassen.

Bei Preisen von oft nur 100 bis 150 Yen je Sushi-Happen ist die Marge allerdings so winzig, dass es einen jahrelangen Konzentrationsprozess in der Branche gegeben hat. Die meisten dieser Sushi-Läden gehören inzwischen einer Kette an. Zuletzt fusionierte der Betreiber Akindo Sushiro mit seinem kleineren Rivalen Genki Sushi.

Verknappung senkt Verhandlungsmacht

Dadurch will Akindo Sushiro seine Verhandlungsstärke beim möglichst günstigen Einkauf von Fisch erhöhen. Doch diese Preismacht ist neuerdings begrenzt, weil vor allem wegen der Überfischung der Ozeane die Preise für Meeresfrüchte steigen.

Japanischen Presseberichten zufolge gilt dies besonders für den Großaugenthun und den Gelbflossenthun, die in den Fließband-Sushiläden häufig anstelle des edlen und viel teureren Blauflossenthuns angeboten werden.

Falls diese Preistrends anhalten, werden diese Restaurants entweder auf Thunfisch verzichten oder dafür mehr Geld verlangen müssen. Letzteres ist wahrscheinlicher, denn für viele Japaner gehört zu einer Sushi-Mahlzeit Thunfisch dazu.

Foto: Fließband-Restaurant für Sushi (flickr/Todd Lappin CC BY-NC 2.0)