Tokio (JAPANMARKT) – Die Strickmaschinen von Shima Seiki können Pullover und Kleider ohne eine einzige Naht vollautomatisch stricken. Der einzige Konkurrent kommt aus Deutschland. Nun sollen die Maschinen von Shima Seiki auch für die Autoindustrie genutzt werden.

Nur zwei Hersteller weltweit

Es gibt nur zwei Unternehmen weltweit, die Strickwaren ohne Naht herstellen können, so schwierig ist diese Technologie: Shima Seiki aus Sakata in der Präfektur Wakayama, die als Heimat von Walfängern bekannt ist, und Stoll aus Reutlingen. Nur die Japaner sind an der Börse notiert. Dort ist ihr Unternehmen immerhin umgerechnet 1,7 Milliarden Euro wert.

Shima Seiki wurde 1962 von Masahiro Shima gegründet, der bereits als Jugendlicher technische Lösungen für die Herstellung von Handschuhen entwarf. Heute ist Shima Seiki einer der weltweit größten Hersteller von Strickmaschinen, die sowohl für internationale Größen wie Armani und Prada als auch neuerdings für Uniqlo im Einsatz sind.

Gestricktes Leichtmaterial für die Autoindustrie

„Unser Unternehmen will Dinge herstellen, die die Welt noch nie gesehen hat“, sagte Mitsuhiro Shima, der Sohn des Unternehmensgründers, jetzt dem Finanzdienst Bloomberg. Das hat sich wohl herumgesprochen: Zu den Aktionären gehören der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock, der Staat Kalifornien und der Staatsfonds von Norwegen.

Gründersohn Shima hält sich nicht für einen genialen Erfinder. Aber er kann sich einen neuen Absatzmarkt für die Produkte seiner Maschinen vorstellen, die bis zu 18 Millionen Yen (136.000 Euro) pro Stück kosten: die Autoindustrie. Karosserieteile können gestrickt und anschließend mit Plastik zu einem Stahlersatz ausgehärtet werden.

Dahinter steckt die Idee eines neuen Materials, das sich passgenau herstellen lässt, in der Herstellung günstiger als Karbon ist und durch sein geringes Gewicht beispielsweise für Elektroautos attraktiv ist. Mit welchen Autobauern er verhandelt, wollte der junge Shima jedoch noch nicht verraten.

Foto: Shima Seiki