Tokio (JAPANMARKT) – Der japanische Metallproduzent Kobe Steel hat gestanden, Daten verschiedener Metallwaren gefälscht zu haben. Dieser Skandal erschüttert vor allem die japanische Auto- und Flugzeugindustrie. 

Metallbleche und -rohre

Nach eigenen Angaben konnte das Unternehmen durch Eigenkontrollen die Fälschung für die Daten von Blechen, Rohren und anderen Stückwaren innerhalb des Lieferzeitraums von September 2016 bis August 2017 aufdecken. Jedoch könnten Manipulationen auch bis zu zehn Jahre zurückreichen, wobei hier noch weitere Inspektionen notwendig sind. Am Mittwoch wurde Presseberichten zufolge zusätzlich eingeräumt, dass auch die Daten von einigen Waren aus Eisenpulver falsch gewesen seien.

Betroffen sind etwa 200 Unternehmenskunden hauptsächlich in Japan. So haben nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters die Autokonzerne Toyota, Nissan, Honda, Mazda und Mitsubishi die Aluminiumbleche von Kobe Steel für Türen und Motorhauben verwendet. Mitsubishi Aircraft, Kawasaki Heavy und Subaru verarbeiteten sie in Flugzeugen, IHI für Triebwerke und JR Tokai für Hochgeschwindigkeitszüge.

Expansion der Aluminium- und Kupferwaren

Zwei Fusionen in Japans Stahlindustrie während der vergangenen 15 Jahre hatten Kobe Steel als schwachen Dritten zurückgelassen. 2002 schlossen sich Kawasaki Steel und NKK zu JFE Holdings zusammen. Vor fünf Jahren folgten Nippon Steel und Sumitomo Metall Industries.

Daher expandiert das Unternehmen aus Kobe seit 2013 verstärkt Aluminium- und Kupferwaren, die inzwischen ein Fünftel des Umsatzes ausmachen. 2016 wurden sieben Millionen Tonnen Stahl, 359.000 Tonnen Aluminium und 143.000 Tonnen Kupfer produziert. Letztere Produkte bringen eine höhere Marge ein.

Der Skandal verstärkt den Eindruck, dass viele japanische Unternehmen nicht offen mit ihren Kunden umgehen. Zuletzt kam es bei Nissan zu Inspektionen von Neuwagen durch unqualifiziertes Personal (JAPANMARKT Online berichtete). Davor musste Mitsubishi Motors zugeben, Abgaswerte geschönt zu haben. Tokyo Tire & Rubber gab 2015 zu, Daten für die Gummipuffer von erdbebensicheren Gebäuden gefälscht zu haben.

Foto: Stahlwerk von Kobe Steel (Wikipedia CC BY-SA 3.0)