Tokio (JAPANMARKT) – Japan ist der weltweit führende Lieferant von elektronischen Bauteilen für Smartphones und Tablets. Diese globale Bedeutung will man auch bei Elektroauto-Batterien erreichen. Ein Beispiel für diesen Ehrgeiz liefert das Unternehmen Ohara.

Hightech-Materialien für Akkus

Panasonic ist der weltgrößte Hersteller von Zellen für Lithium-Ionen-Akkus, unter anderem wegen der engen Partnerschaft mit Elektroautopionier Tesla. Dahinter folgen Batteriezellenproduzenten aus Südkorea und China. Diese Hersteller sind alle auf Zulieferer von Hightech-Materialien und Fertigteilen angewiesen. Die wichtige Rolle, die Japan hier bereits spielt, will man beibehalten.

Der Spezialist für optische Gläser, Ohara Corporation, setzt zum Beispiel auf eine selbst entwickelte Glaskeramik, die Lithium-Ionen leiten kann. Trägt man das LICGC (Lithium-Ionen leitende Glasskeramik) genannte Material auf die Kathode von Lithium-Akkus auf, bewegen sich die Ionen schneller. Dadurch steige die Kapazität der Batterie bei Raumtemperatur um bis zu 44 Prozent, berichtete Bloomberg.

Leitfähige Glaskeramik für Feststoffbatterien

Auch bei der nächsten Generation der Lithium-Akkus will Ohara mitmischen. Deren Entwicklung konzentriert sich nämlich auf Feststoffe als Alternative zu den derzeitigen Elektrolyt-Flüssigkeiten. Eine Option sind Schwefelstoffe, eine zweite Oxide. Die dritte Option wäre die leitfähige Glaskeramik von Ohara.

Toyota konzentriert sich bisher auf eine Feststoffbatterie auf Schwefelbasis. Aber die Weichen für die Batterietechnologie der Zukunft sind noch nicht eindeutig gestellt. Ohara will LICGC zunächst in Batterien für Uhren und Smartphones zur Serienreife bringen. Parallel hofft das Unternehmen auf einen Durchbruch des eigenen Materials bei künftigen Elektroauto-Batterien.

Foto: Spezialglas von Ohara als Kunstwerk (Ohara)