Tokio (JAPANMARKT) – Elf Anrainerstaaten des Pazifiks haben sich auf die Kernelemente eines Freihandelsabkommens geeinigt. Als zwölften Teilnehmer wünschen sie sich die USA.

Von TPP zu CPTPP

Der Vertrag soll „Comprehensive and Progressive Trans-Pacific Partnership“ (CPTPP) heißen und die Nachfolge der Trans-Pacific Partnership (TPP) antreten. Ein Abschluss soll bis Anfang 2018 gelingen. US-Präsident Donald Trump war im Januar aus dem TPP-Abkommen ausgestiegen, weil dessen Bedingungen für die Vereinigten Staaten unfair seien.

Doch Japans Premierminister Shinzo Abe trieb das Projekt trotzdem voran. Dabei hofft er darauf, dass die USA den Nutzen des Abkommens doch noch einsehen und sich der CPTPP zu einem späteren Zeitpunkt anschließen. Offenbar denkt Abe dabei bereits über die Amtszeit von Trump hinaus.

Allerdings wird CPTPP inhaltlich nicht so umfassend ausfallen wie TPP. Wegen der Aussicht auf freien Zugang zum riesigen US-Markt hatten einige Länder bei den TPP-Verhandlungen große Zugeständnisse gemacht. Dieser Anreiz ist nun weggefallen. Deswegen teilte Japan bereits offiziell mit, dass zwanzig TPP-Maßnahmen ausgestezt wurden.

Kanada sorgt sich um seine Autoindustrie

Presseberichten zufolge hat Kanada die größten Bedenken. Dabei geht es vor allem um Automobilen. Die in Kanada produzierten Autos haben eine hohe Quote von Teilen „Made in USA“. Das macht den Export der Autos zolltechnisch schwierig. Zugleich fürchten Kanadas Gewerkschaften Jobverluste wegen des Imports von billiger produzierten Autos aus Asien.

Trotz solcher Differenzen wollten die elf Staaten anlässlich des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft ASEAN im vietnamesischen Da Nang mit ihrer Einigung ein starkes Zeichen für den Freihandel setzen – und dies in Anwesenheit von Präsident Trump. Immerhin umfasst das geplante Abkommen ein Siebtel der weltweiten Wirtschaftsleistung.

CPTPP-Mitglieder wären außer Japan und Kanada noch Australien, Brunei, Chile, Mexiko, Malaysia, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Es wird spekuliert, dass sich Thailand und Südkorea zu einem späteren Zeitpunkt dem Pazifikbund anschließen könnten.

Foto: APEC-Gipfeltreffen in Danang/Vietnam (Kantei)