Tokio (JAPANMARKT) – Japans Bahnen und Bahnhöfe sind an Effizienz und Komfort kaum noch zu übertreffen. Aber man will noch besser werden.

Chipkarten-Leser im Boden

Ein Beispiel ist das Bahnfahren ohne Fahrkarten. In Japan kann man mit kontaktlosen Chipkarten der Bahngesellschaften durch eine Schranke den Bahnhof betreten. Das Fahrgeld wird erst beim Verlassen des Zielbahnhofs an einer weiteren Barriere über einen Zentralrechner kalkuliert und sofort von der Chipkarte abgebucht. Der Vorgang dauert weniger als eine Sekunde. Die Passagiere von S- und U-Bahnen in Japan brauchen daher keine Fahrkarte mehr zu kaufen. Das erspart ihnen Zeit und dem Bahnbetreiber Kosten.

Mitsubishi Electric will nun noch einen Schritt weitergehen und die Chipkarte, die man zurzeit noch kurz über ein Lesegerät in der Barriere halten muss, abschaffen. Als Ersatz sollen Chipkarten mit einer größeren Funkreichweite dienen, deren Signale sich von Lesegeräten im Boden erfassen lassen (siehe Foto). Dadurch könnten auch Rollstuhlfahrer und Personen mit Kinderwagen oder großen Koffern ohne Stress den Bahnhof betreten. Zudem gäbe es keine Staus mehr an den Barrieren.

Neue Dienstleistungen während der Zugfahrt

Solche Chipkarten lassen sich auch für andere Dienste nutzen. In der Vision von Mitsubishi Electric könnten einzelne Fahrgäste über Verspätungen ihrer jeweiligen Anschlusszüge informiert werden, falls sie – wie viele Pendler – eine feste Strecke auf ihrer Karte eingebucht haben.

Dafür würden zum Beispiel Bildschirme an den Rückenlehnen vor ihrem Sitzplatz aktiviert, auf denen die für sie relevanten Zusatzinformationen angezeigt würden. Außerdem könnte das Bahnpersonal anhand der Kartensignale der Reisenden den Zug besser überwachen. Allerdings wirft diese Vision die Frage des Datenschutzes auf.

Diese und andere Konzepte für den Bahnverkehr von morgen werden ab dem 29. November auf der Fachmesse Mass-Trans Innovation Japan 2017 auf dem Makuhari Messegelände in Chiba vorgestellt.

Foto: Barrierefreier Zugang zum Bahnhof mit Chipkartenleser im Boden (Mitsubishi Electric)