Tokio (JAPANMARKT) – Viele Grundstücke in Japan haben keinen eingetragenen Besitzer. Dieser Missstand hat auch wirtschaftliche Folgen.

Auch viele verlassene Häuser

Laut einer Schätzung einer Expertengruppe unter Leitung des früheren Innenministers Hiroya Masuda wird es im Jahr 2040 landesweit 7,2 Millionen Hektar Grund und Boden ohne namentlich bekannten Besitzer geben. Im vergangenen Jahr waren es bereits 4,1 Millionen Hektar. Das ist mehr als die Fläche der Hauptinsel Kyushu.

Dieser Zustand wird dadurch kompliziert, dass auf vielen dieser Grundstücke unbewohnte Bauten stehen. 2013 wurden 8,2 Millionen solcher Gebäude gezählt. Schätzungen zufolge könnte diese Zahl bis 2033 auf über 20 Millionen zunehmen. Gibt es keinen eingetragenen Besitzer für die Grundstücke, auf denen diese Bauten stehen, bleibt der Staat auf den Folgekosten etwa für Sicherung und Abriss sitzen.

Schlampige Verwaltung als Hauptursache

Der verwaiste Grund und Boden ist vor allem eine Folge einer schlampigen Verwaltung. Es gibt in Japan keine Verpflichtung, ein Grundstück staatlich registrieren zu lassen, auch nicht bei einem Besitzwechsel. Einige Grundstücksinhaber scheuen vor dem bürokratischen Aufwand, andere wollen die hohen Registrierungsgebühren und Grundstückssteuern umgehen.

Daher forderten die Finanzzeitung Nikkei und die liberale Zeitung Asahi die Regierung dazu auf, die Registrierung von Grundstücken verpflichtend zu machen sowie Steuern und Gebühren deutlich zu senken. Die Zeitung Yomiuri plädierte dafür, staatliche Organe sollten die Grundstücke übernehmen und für die kommunale und regionale Entwicklung nutzen.

Foto: Verfallendes Haus in Hokkaido (flickr/Stuart Rankin CC BY-NC 2.0)