Tokio (JAPANMARKT) – Die Umsätze im Einzelhandel in Japan sind im Oktober erstmals seit zwölf Monaten gesunken. Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen.

Schwächere Binnennachfrage

Der längste wirtschaftliche Aufschwung seit sechzehn Jahren wurde zuletzt von der starken Außennachfrage getragen (JAPANMARKT berichtete). Doch die private Nachfrage entwickelt sich weniger gut als von Regierung und Notenbank gewünscht. Im Vierteljahr zwischen Juli und September ging der private Konsum nach einer längeren moderaten Erholung um 0,5 Prozent zum Vorquartal zurück.

Dieser negative Trend setzte sich offenbar im Oktober fort, wenn man die jüngsten Daten aus dem Einzelhandel zugrunde legt. Danach gingen dessen Einnahmen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück und blieben zugleich auf dem Niveau des Septembers stehen. Die Umsätze von Kaufhäusern und Supermärkten sanken um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Schlechtes Wetter, schwache Lohnentwicklung

Ein Grund für den schwachen Konsum könnte erneut das Wetter gewesen sein. Im Sommerquartal sollen die vielen Regentage im Juli das Geschäft der Einzelhändler getrübt haben. Im Oktober könnte es aufgrund mehrerer Taifune einen ähnlich negativen Einfluss auf die Umsätze gegeben haben. Doch viele Analysten trauen dieser Erklärung nicht.

Japan Macro Advisors zum Beispiel verweisen darauf, dass die Umsätze im Einzelhandel bereits seit März stagnieren. Ein anderes Argument scheint daher schlüssiger zu sein: Ohne höhere Löhne werden die Japaner nicht mehr konsumieren. Das Lohnwachstum in diesem Jahr konnte jedoch teilweise nicht einmal die Inflation ausgleichen. Daher halten sich die Konsumenten wohl zurück.

Foto: Supermarkt in Japan (flickr/Yuya Tamai CC BY 2.0)