Tokio (JAPANMARKT) – Der Quantencomputer gehört zu den schwer vorstellbaren Zukunftstechnologien. Jetzt hat Japan einen Prototypen ins Internet gestellt – kostenlos.

Gesetze der Quantenmechanik

Die Maschine arbeitet mit einem ein Kilometer langen Glasfaserkabel für Lichtwellen. Die physikalischen Eigenschaften der Photonen werden dabei ausgenutzt, um extrem schnelle Kalkulationen durchzuführen. Dieser Computer rechnet theoretisch hundertmal schneller als ein Supercomputer und verbraucht trotzdem dabei zehntausendmal weniger Energie.

Grundsätzlich beruhen Quantencomputer nicht wie Transistorschaltungen auf dem binären Prinzip von null und eins für eine Kalkulation, sondern auf den Gesetzen der Quantenmechanik. Dabei können verschiedene atomare Zustände gleichzeitig existieren, sich überlagern und verschränken. Deswegen können diese sogenannten Qubits komplexe Kalkulationen parallel und damit erheblich schneller abarbeiten.

Wettlauf um künstliche Intelligenz

Das japanische System basiert auf einem Konzept von Professor Yoshihisa Yamamoto von dem Tokyo Institute of Technology. Jetzt haben das National Institute of Informatics, der Telekomriese NTT und die Universität Tokyo eine cloudbasierte Plattform für ihre quanten-neuronale Netzwerktechnologie verwirklicht. Die Plattform steht seit einigen Tagen als QNN-Cloud im Netz und ist für jedermann kostenlos zugänglich. Die Kommerzialisierung ist für 2020 vorgesehen.

Das Projekt wird bereits staatlich gefördert. Die japanische Regierung wird in den nächsten zehn Jahren für die Entwicklung von Quantencomputern 30 Milliarden Yen (227 Millionen Euro) bereitstellen. Dadurch soll Japan bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) wettbewerbsfähig bleiben. Denn die Datenverarbeitung für solche KI-Algorithmen läuft in einem Quantencomputer wesentlich schneller als in den heutigen Supercomputern ab.

Foto: Qubit-Gerät von IBM (flickr/IBM Research CC BY-ND 2.0)